Freundin totgeprügelt - Prozess

133 Blutergüsse - und er spricht von Ohrfeigen

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Oliver K.

München - Gehirnblutungen und 133 Blutergüsse in Gesicht und Körper: Weil er seine Freundin tot geprügelt hat, muss sich ein Mann (35) wegen Mordes verantworten.

Die letzten Stunden im Leben von Bianca T. (38) waren grausam: Gnadenlos prügelte ihr Freund Oliver K. (35) auf sie ein, fügte ihr eine große Anzahl schwerer Verletzungen zu. Erst 19 Stunden später rief er einen Arzt. Zu spät. Jetzt, ein Jahr nach dem grausigen Verbrechen, muss sich der Hörgeräte-Akustiker wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Was sich am 21. Januar 2013 in Biancas Wohnung in der Grünwalder Straße (Giesing) abspielte, mussten vor allem Rechtsmediziner rekonstruieren. Mindestens 28 harte Schläge gegen Gesicht und Kopf musste die Zahnarzthelferin erleiden. 133 Blutergüsse fanden Experten am geschundenen Körper der Toten. Tödlich für sie waren sechs abgrenzbare Blutungen im Gehirn der Frau.

„Der Angeklagte wollte Bianca T. aus nichtigem Anlass quälen und ihr aus roher, unbarmherziger Gesinnung durch möglichst viele Schläge besondere Schmerzen, schwere Verletzungen und größtmögliches Leiden zufügen“, so der Staatsanwalt.

Als Oliver K. am Folgetag schließlich den Notarzt rief, log er diesen an: Sie Freundin habe eine Überdosis Tabletten genommen. Der Staatsanwalt: „Aufgrund der gezielten Irreführung der Ärzte durch den Angeklagten wurden die lebensgefährlichern Hirnverletzungen der Geschädigten erst gegen 18.30 Uhr im Klinikum Harlaching festgestellt.“ Bianca T. starb am Folgetag um 11.11. Uhr.

In diesem Haus geschah das unfassbare Verbrechen.

Wie kann ein gebildeter Mensch wie Oliver K. – er hat Abitur, Geologie und Mineralogie studiert – eine so schreckliche Tat begehen? Der Angeklagte schiebt seine Ausraster auf den Alkohol. Vor Gericht gibt er zu, seine frühere Freundin Nicole (mit ihr hat er zwei Kinder) ebenfalls verprügelt zu haben.

Vorsitzender Richter Michael Höhne befremdet: „Haben Sie gedacht, ein fester Schlag würde die Liebe wieder aufflammen lassen?“

Bianca lernte der Angeklagte beim gemeinsamen, erfolglosen Alkohol-Entzug kennen. Am Tattag sei es zum Streit gekommen. Oliver K. gibt nur zu, sie geohrfeigt zu haben: „Ich konnte es nicht mehr ertragen, dass sie mich die ganze Zeit anschreit.“ Er bestreitet jede Tötungsabsicht: „Ich wollte unbedingt Ruhe haben. Ich habe ihr die Ohrfeigen nicht gegeben, um sie zu töten oder sie auch nur schwer zu verletzen.“ Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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