Gericht bestätigt Mord-Urteil

Lebenslänglich! Barfrau-Mörder für immer in den Knast

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Jurij S. muss lebenslang ins Gefängnis.

München - Das endgültige Urteil ist gesprochen. Für den Mord an der Bardame Natallia G muss der Täter nun lebenslang in Haft. Seine Reue kommt zu spät.

Seine Reue kommt spät. „Ich schäme mich und würde gerne alles ungeschehen machen“, lässt Jurij S. über seine Verteidigerin Anna Welker erklären. „Ich hatte starke Gefühle für Natallia, aber fühlte mich enttäuscht von ihr.“ Weil die Barfrau des Striplokals Kapitol am Hauptbahnhof seine Liebe verschmäht hatte, stach er ihr in der Nacht des 5. März 2013 ein Messer in den Bauch.

Natallia G. verblutete innerlich – und starb. Das Landgericht verurteilte Jurij S. für diese Tat zu lebenslanger Haft. Nun will der Mörder aber früher freikommen! Gegen das Urteil hatte Jurij S. Revision beantragt, die der Bundesgerichtshof größtenteils verworfen hatte – die lebenslange Haft ist also rechtskräftig. Nur einen Aspekt sahen die Bundesrichter anders und hoben ihn auf: die besondere Schwere der Schuld. Diese hatte Richter Michael Höhne in seinem Landgerichts-Urteil noch festgestellt – und sah Heimtücke als zentrales Mordmerkmal, weil Natallia G. nicht mit einer Attacke von Jurij S. gerechnet hatte. Darüber musste eine andere Kammer des Landgerichts gestern nun erneut verhandeln!

Jurij S. musste sich deshalb zu dem Mord äußern: „Ich war traurig, weil die anderen sich nicht mit mir gefreut haben“, erklärte er. Es war sein erster Abend in Freiheit, nachdem er wegen versuchten Mordes bereits eine jahrelange Haftstrafe abgesessen hatte. Mit Natallia G. habe er gestritten und sich wieder vertragen. „Dann hatten wir Sex in einem Separee“, sagt Jurij S. Sie aber habe ihn vor anderen Gästen lächerlich gemacht und „kleiner Pinguin“ genannt. „Das war mir peinlich. Ich fühlte mich verraten und ausgenutzt.“

Das konnte der Ex-Soldat nur schwer ertragen! Als die Bardame dann auch noch ablehnte, dass S. bei ihr einziehen darf, drehte er durch und rammte ihr das Messer in den Bauch. „Ich wollte nicht, dass sie stirbt. Ich habe sie doch geliebt“, behauptet Jurij S. Nach der Tat rannte er noch zum Hauptbahnhof und schickte einen Taxifahrer zum Kapitol. „Als der Krankenwagen kam, hat sie noch gelebt. Erst als er weggefahren ist, hatte ich mich zur Flucht entschlossen.“ Wenig später erliegt Natallia G. in der Klinik ihren Verletzungen.

„Es war ihr Todesurteil, dass sie die Beziehung abgelehnt hat“, sagte Richter Norbert Riedmann. Er bestätigte gestern: Die Schuld von Jurij S. wiegt besonders schwer. „Sie wollten ihr nach der Tat helfen? Dann hätten Sie den Notruf wählen können“, rügte er. Stattdessen habe S. seelenruhig das Messer geputzt und zurückgelegt. Dafür wird er nun den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.

Andreas Thieme

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