Münchner, rettet mehr Essen

„Beschämend, dass noch riesige Mengen Lebensmittel auf Müll landen“

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Lebensmittel im Müll: 550.000 Tonnen sind es allein im Einzelhandel.

München - Im vergangenen Jahr landeten fast elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Vermeidbar. Der Einzelhandel vermeidet Essen im Abfall - mit Erfolg. 

Da zwickt das Gewissen: die braune Banane wegwerfen, die abgelaufene, aber noch genießbare Wurst landet im Abfalleimer. Bei Supermärkten und Discountern ist es ähnlich. Im vergangenen Jahr landeten rund 550.000 Tonnen im Mülleimer. Das sind 1506 Tonnen pro Tag oder rund 60 Lkw-Ladungen nur mit Essen und Trinken.

„Es ist beschämend, dass nach wie vor riesige Mengen Lebensmittel auf dem Müll landen“, beschwert sich Matthias Zwingel, Vizepräsident des Handelsverbandes Bayern (HBE). Trotzdem ist er zufrieden. Denn verglichen mit Industrie, Großverbrauchern wie Hotels oder Schulen und privaten Haushalten schmeißt der Einzelhandel nur fünf Prozent aller Lebensmittelabfälle deutschlandweit weg.

Händler haften für Schäden nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums

Ein Grund: Der Verband ist aktiv beim Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“. „Wir arbeiten eng mit karitativen Tafeln zusammen“, sagt Zwingel. Das funktioniert rechtlich aber nur, wenn sie das Gemüse, Brot, Wurst oder Käse vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum abgeben. „Andernfalls haften wir für die Schäden“, erklärt er. Sonst könnten Supermärkte noch mehr Essen retten.

Noch schlimmer sind private Haushalte. Deutschlandweit warfen die Bürger im Jahr 2016 fast 6,7 Millionen Tonnen Essen in den Mülleimer. Eine Studie der Universität Stuttgart im vergangenen Jahr schätzt, dass jeder Deutsche jährlich Essen im Wert von rund 235 Euro wegwirft. Und das sind nur die Fälle, in denen es vermeidbar war. Bei einem Vier-Personen-Haushalt sind das im Schnitt pro Jahr 940 Euro. Auch die Bayern sind Wegwerf-Profis: Jeder Bayer schmeißt rund 43 Kilogramm weg. Meistens Obst und Gemüse, gefolgt von Backwaren und Speiseresten.

Eine Lösung ist das sogenannte Foodsharing. Dort teilen Geschäfte und Privatpersonen Essen und Trinken, das sonst im Mülleimer landet. Mehr Informationen dazu finden Sie unter foodsharing.de.

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