Stürzenberger verurteilt

"Leck mich"-Spruch: Rechtspopulist muss zahlen

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Nach seiner Verurteilung muss Michael Stürzenberger 800 Euro Strafe zahlen

München - Michael Stürzenberger muss zahlen. Der Islam-Gegner und Rechtspopulist hat einen Polizisten beleidigt. Dafür bekam er eine Geldstrafe aufgebrummt.

Sein Geständnis hat er auf seiner Internet-Seite abgelegt: „Leck mich am ..!“ fauchte der Islam-Gegner und Rechtspopulist Michael Stürzenberger einen Polizisten an. Die Quittung bekam er am Montag von Amtsrichter Matthias Braumandl: 800 Euro Geldstrafe wegen Beleidigung.

Stürzenberger und seine Anhänger waren am 11. März vor dem Kino Monopol in der Schleißheimer Straße aufmarschiert. Dort zeigten die Grünen den Dokumentarfilm über Nazis, „Blut muss fließen“. Stürzenberger verteilte Flugblätter gegen die Grünen und deren „linksextreme Vorgeschichten“. Als der Polizeibeamte Dominik J. (27) ihn auf einen anderen Platz verwies und auf einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz aufmerksam machte, entfuhr dem Anti-Islam-Eiferer das Götz-Zitat.

Dieses sei keine Beleidigung, trug Stürzenberger vor: „Im schwäbischen Sprachraum ist der Ausdruck alltäglich.“ Auch in Bayern sei dies „Ausdruck einer Überraschung“ und zitierte dabei Dialekt-Forscher Ludwig Zehetner.

Was man nie zu Polizisten sagen sollte

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Bei Richter Braumandl geriet der Unterfranke freilich an den Falschen: „Sia san dem Bairischen ned so mächtig“, konstatierte Braumandl, der dem Angeklagten riet, „sich sprachlich zu integrieren“. Wenn er gesagt hätte „Do leckst mi“, dann sei es Ausdruck einer Empörung gewesen. Aber „Leck mich“ sei nun mal eine Beleidigung.

Fazit der Nachhilfestunde in Bairisch: Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 20 Euro = 800 Euro!

Eberhard Unfried

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