Das miese Spiel der Pfandbetrüger

München - Wo hat ein kleiner Schwabinger Getränkehändler (39) derartige Mengen Leergut her? Die Antwort haben nun nach einer Razzia am Mittwoch Zoll und Polizei geliefert. So läuft das miese Spiel der Pfandbetrüger:

Wo hat ein kleiner Schwabinger Getränkehändler (39) derartige Mengen Leergut her? Dieser Frage ging ein Münchner Großhändler nach, der über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren wesentlich mehr Leergut zurückbekam, als der kleine Händler je bezogen hatte. Die Antwort lieferten nach einer Razzia am Mittwoch nun Zoll und Polizei. Der kleine Händler nämlich war der Chef einer Betrügerbande, die nicht nur dem Großhändler, sondern auch anderen Leergut-Annahmestellen jede Menge geklaute Kästen und Flaschen andrehten. Und zwar im ganz großen Stil. Der Schaden beträgt mittlerweile mehrere zehntausend Euro.

Dafür stiftete der 39-Jähirge nicht nur seinen eigenen Mitarbeiter, sondern auch Beschäftigte der Konkurrenz an – 18 Eingeweihte kennt die Polizei schon. Zudem kam heraus, dass in dem Schwabinger Laden unter der Hand mit spanischen Zigaretten ohne Steuerbanderole gehandelt wurde. Die stammen aus einem bislang ungeklärten Einbruch in einem Überseecontainer, der auf dem Weg von Bremerhaven auf die Kanarischen Inseln im Januar 2011 am Verladebahnhof in Riem stand. Bei der Durchsuchung wurde auch unverzollter Wasserpfeifentabak sichergestellt, der in dem zum Laden gehörenden Shisha-Café angeboten wurde. Der 39-Jährige sitzt mittlerweile in U-Haft. Die Mittäter legten teilweise Geständnisse ab.

Dorita Plange

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