Jetzt schon 653 Stadt-Wohnungen ungenutzt

Leerstand – immer mehr statt weniger!

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Das Gorilla-Haus in der Müllerstraße bleibt – aber die Rückgebäude müssen weg.

Man sollte meinen, OB, Kommunal-, Planungs- und Sozialreferat sollten ihre Lektion gelernt haben. Doch falsch gedacht: Der Leerstand wächst, statt dass er sinkt – zumindest bei den seit langem ungenutzten Apartments!

Die Müller- und die Pilotystraße sind zum Inbegriff des Versagens der Verwaltung geworden: Dort gammeln die meisten Wohnungen seit Jahren vor sich hin, die Stadt lässt sich Mieteinnahmen entgehen, während Familien, Bedürftige und Flüchtlinge keine Bleibe finden. Man sollte meinen, nach Gorilla-Renovierungen, Goldgrund-Aktionen und Ärger über teure Sanierungspläne sollten OB, Kommunal-, Planungs- und Sozialreferat ihre Lektion gelernt haben. Doch falsch gedacht: Der Leerstand wächst, statt dass er sinkt – zumindest bei den seit langem ungenutzten Apartments!

In der Pilotystraße protestierte Goldgrund mit Promis.

In der städtischen Rathaus-Umschau veröffentlichte die Verwaltung die jüngste Zahl zum Leerstand, über die kommende Woche der Stadtrat informiert wird. Ende 2013 gab es demnach 653 Wohnungen im städtischen Bestand, die länger als sechs Monate leer stehen. Das entspreche 1,04 Prozent aller 63 000 Apartments. Die Vergleichszahl wird geflissentlich verschwiegen: Ende Oktober waren es nämlich noch 647 Wohnungen, die sechs Monate und mehr vor sich hin gammeln – sechs weniger! Die Zahl steht in den Unterlagen zur Stadtratsversammlung im Dezember. Dazu kommen übrigens noch einmal rund 600 Apartments, die kürzer als sechs Monate auf Bewohner warten.

Das Planungsreferat bestätigt die Entwicklung. Die Zahl sei ein Saldo: Zwischenzeitlich seien einige Wohnungen vermietet worden, aber mehr in den langen Leerstand gerutscht. „Wenn man mehr saniert, hat man auch kurzfristig mehr Leerstand“, sagte eine Sprecherin. Eine Expertengruppe kümmert sich um Zwischennutzungen.

In der amtlichen Mitteilung heißt es: „Es bleibt ein dringendes Anliegen der Stadt, an dieser noch nicht befriedigenden Situation zu arbeiten und den eingeschlagenen Weg mit Nachdruck weiter zu verfolgen.“ Da kann man nur hoffen: lieber nicht.

David Costanzo

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