Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Voller Einsatz gegen leere Häuser

Leerstand089.de: Das ist das engagierte Team 

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Das Team hinter leerstand089.de: Magnus Hartl, Lisa Rüffer, Max Brandl und Max Heisler (von links).

München - Es sind vier engagierte Münchner und sie haben ein gemeinsames Ziel: Keine leer stehenden Wohnungen mehr in der Stadt, dafür ein bezahlbares Zuhause für jedermann: Lisa Rüffer, Max Heisler, Max Brandl und Magnus Hartl sind die Gründer der neuen Internetseite leerstand089.de.

Hier können Bürger Häuser mit ungenutztem Wohnraum melden. Und das sind viele: Geschätzt stehen 17 000 Wohnungen in München leer. Die tz stellt die vier Münchner und ihren vollen Einsatz gegen leere Häuser vor. Und Max Heisler vom „Bündnis Bezahlbares Wohnen“ erklärt in einem Interview den Nutzen der neuen Homepage:

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Was sagen Sie zur Wohnraumsituation in München?

Max Heisler: Die Mietsituation spitzt sich weiter zu. Wir sind eh schon die Mietpreishochburg in Deutschland, doch es trifft nun immer mehr die schwächsten Glieder in unserer Stadt. Nicht mehr lange und die Idee der „Münchner Mischung“ ist nur noch eine Utopie.

Wo liegen die Gründe?

Heisler: Wir ernten heute die verdorbenen wohnungspolitischen Früchte der letzten 20 Jahre. Zwar ist das Mietrecht Sache der Bundesregierung, dennoch hat sich München gerade mit städtischem Leerstand nicht gerade berühmt gemacht. Künftig werden vor allem energetische Sanierungen bezahlbaren Wohnraum zerstören. Dabei stehen die angeblichen Einsparungen in keinem Verhältnis zu den Mieterhöhungen. Hier fehlt ein klares Warnsignal der Stadtregierung an Bund und Länder. Auch der Mietspiegel, der durch den Stadtrat abgenickt wird, ist ein wackeliges Konstrukt und ein Mietpreistreiber.

Welche Rolle spielt dabei der Leerstand?

Heisler: Der geschätzte Leerstand von 17 000 Wohnungen in München mag im Vergleich zu anderen Städten als sehr gering erscheinen. Doch mit Blick auf den künftigen Zuzug, die nicht ausreichenden Wohnbauflächen und die Flüchtlingsthematik zählt jede Wohnung.

Wie groß sind dabei die Anteile der öffentlichen Besitzer (Stadt, Staat) und die der Privatbesitzer?

Heisler: Wie viele Wohnungen wirklich leer stehen und ob diese überwiegend im Privatbesitz oder kommunalen Besitz sind, ist nicht bekannt. Hier wird der Leerstandsmelder sicher Licht ins Dunkel bringen

Wie genau?

Heisler: Die Bürgerschaft ist nicht nur Kundschaft, sondern auch gestaltende Kraft, die durch ihr Engagement die Grundlinien der Stadtpolitik beeinflusst – frei nach einem berühmten Wort von John F. Kennedy: Frage nicht nur, was die Stadt für dich tun kann, sondern auch, was du für die Stadt tun kannst, so lautet das Leitbild der Stadtverwaltung. Dem sind wir gerne nachgekommen und erhoffen uns jetzt die Unterstützung der Stadt.

Wieso gibt es ein Bündnis bezahlbares Wohnen (BBW)?

Heisler: Die Mietsituation in München hat sich derart verschärft, dass sich zahlreiche Mietergemeinschaften vernetzt haben. Ein deutliches Zeichen, dass auf der politischen Ebene zu wenig getan wird. So haben wir mit vielen anderen Initiativen begonnen, uns parteipolitisch unabhängig selbst zu vertreten – in der Hoffnung, dass Politik und Verwaltung die drastische Situation endlich erkennen und handeln.

Was kann das BBW erreichen, wie kann es helfen?

Heisler: „Offensichtlich können nur die Bürger etwas bewegen. Drum wünsche ich dem Bündnis Bezahlbares Wohnen eine Dynamik gegen die niemand etwas machen kann!“ Mit diesen Worten hatte uns Dieter Hildebrandt vor wenigen Jahren Mut gemacht. So helfen wir weiterhin bei der Gründung von Mietergemeinschaften, vernetzen Mieter, begleiten Verhandlungen zwischen Mietern und Eigentümern und vermitteln Mieter, die nicht mehr wissen, wohin. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind die ständigen Diskussionen mit allen politischen Ebenen. Hier bringen wir unsere unsäglichen Erfahrungen vor und stellen entsprechende Forderungen. 

Das ist das Team:

Magnus Hartl

Er ist Entwickler und Projektmanager. Magnus Hartl steckt nicht nur hinter der technischen Umsetzung von leerstand089.de, sondern ist auch für die interne Organisation zuständig. Wäre das Team von leerstand089.de ein Fußballteam, Magnus wäre der Trainer.

Lisa Rüffer

Sie ist freie Journalistin und Autorin. Seit zehn Jahren lebt Lisa Rüffer in der Stadt und hofft auf den

Erfolg von leerstand089.de: „Das ist ein neues, einzigartiges Projekt in Deutschland.“ Wäre leerstand089.de eine Band, Lisa wäre die Frontfrau.

Max Brandl

Er ist freiberuflicher Konzepter und Designer. Er kümmert sich um die Gestaltung und Realisierung von Grafik-, Bewegtbild- sowie Online-Projekte. Und ist Ansprechpartner für Kunden. Wäre leerstand089.de ein Unternehmen, Max wäre die Kommunikationsabteilung.

Max Heisler

Er ist Vorsitzender des „Bündnis Bezahlbares Wohnen“, Wirt der Geyerwally und Student. Der gebürtige Giesinger engagiert sich schon seit Jahren als Bürger in der Stadtpolitik. Wäre das Team eine Partei, Max wäre der Spitzenkandidat.

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