Leiche von Josef Schmutterer gefunden

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Die Leiche von Josef Schmutterer ist gefunden worden-

München - Der seit Dezember verschollene Josef Schmutterer ist gefunden worden. Mitglieder der italienischen Bergwacht entdeckten am Sonntag die Leiche des 46-jährigen Münchners, der wie befürchtet im Monte-Baldo-Massiv am Gardasee abgestürzt ist.

„Die Identität ist zweifelsfrei geklärt“, bestätigt Matthias Lettenbichler, langjähriger Freund der Familie, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch wenn die Frau des Verunglückten und die beiden gemeinsamen Kinder sich seit Monaten der traurigen Tatsache bewusst sind, dass der 46-jährige Familienvater nicht mehr lebend heimkommen wird, so war die Nachricht vom Sonntag für alle Beteiligten doch eine Erlösung. „Damit gibt es endlich Gewissheit“, sagt Lettenbichler. Wie berichtet, war der in Trudering lebende Wirtschaftsingenieur am 17. Dezember alleine zu einer Tour zum Monte Altissimo aufgebrochen. Ein Hotelier, bei dem Schmutterer an diesem Morgen gefrühstückt hatte, war der letzte, der ihn sah. Der Mann alarmierte auch die Behörden, als am Abend des darauffolgenden Tages der Ford Transit des Münchners noch immer unbewegt auf dem Parkplatz stand. Seitdem galt Schmutterer als verschollen.

Die Suche nach dem erfahrenen Bergsportler und Segelflieger gestaltete sich äußerst schwierig. Wegen der außergewöhnlich großen Schneemengen dieses Winters mussten mehrfach Suchaktionen am Monte Altissimo abgebrochen werden. So auch am vergangenen Samstag, als das Wetter plötzlich umschlug. Tags darauf stieg jedoch abermals ein kleinerer Trupp der örtlichen Bergwacht auf – und wurde fündig. Noch am Vormittag stießen die Bergwachtler auf eine Leiche in der Nordwand und ließen sie bergen. Im Gepäck des Toten wurden der Ausweis sowie andere private Gegenstände Schmutterers gefunden.

Damit bestätigte sich die anfängliche Theorie von Michele Sandonati. Der Chef der örtlichen Bergrettung hatte von Anfang an vermutet, dass der Münchner im Nebel auf der Abfahrt nach einer Skitour an der steilen, stark vereisten Nordwand abgestürzt war. Das große Gebiet war aber über Monate hinweg wegen Eis und Schnee kaum zugänglich. Angesichts des Fundorts war Schmutterer nach Einschätzung der Bergwacht etwa 80 Meter tief gefallen und vermutlich sofort tot.

Noch in dieser Woche sollen die sterblichen Überreste Schmutterers nun von Italien nach München überführt werden. Seine Frau Regine hat inzwischen notgedrungen die Geschäftsführung des Familienbetriebs Ernst Dozler GmbH (Bahntechnik) in Ottobrunn von ihrem Mann übernommen. Das zuletzt getrennt lebende Paar hat einen gemeinsamen Sohn und eine Tochter.

Sven Rieber

Vermisster Münchner am Gardasee

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