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Riesen-Ärger mit Luxus-Baustelle: Nachbarn genervt - Bauherr ist ehemaliger FC-Bayern-Star

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Von: Nadja Hoffmann, Andreas Thieme

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Ärger wegen der Baustelle gibt es in der Kaulbachstraße.
Ärger wegen der Baustelle gibt es in der Kaulbachstraße. © Marcus Schlaf

Die Nachbarn sind genervt: Auf der Baustelle für das Kaulbach-Palais läuft nicht alles rund: Immer wieder komme es zu Schäden. Die Kommunikation mit dem Promi-Bauherrn funktioniert nicht.

Eine der teuersten Wohnungen Deutschlands: Sie entsteht gerade in München nahe des Siegestors. In bester Lage, in der Kaulbachstraße vis-a-vis vom Englischen Garten, werden Luxus-Wohnungen gebaut und zum Verkauf angeboten. Unglaubliche zehn Millionen Euro sind für das Penthouse im Dachgeschoss zu zahlen.

München: Luxus-Wohnungen am Englischen Garten - Nachbarn genervt von Baustelle

Ein Projekt, das die Nachbarn aber vor allem eines kostet: Nerven! Paul-Alexander Wacker, dem das Nebenhaus gehört, hat nach mehreren Jahren Baustelle die Nase voll. Er ist enttäuscht. „So geht man nicht miteinander um“, sagt der Patentanwalt. Zumal sein neuer Nachbar kein Unbekannter ist.

Ist genervt: Paul-Alexander Wacker gehört das Haus neben der Lell-Baustelle.
Ist genervt: Paul-Alexander Wacker gehört das Haus neben der Lell-Baustelle. © Marcus Schlaf

Luxus-Baustelle von Ex-FC-Bayern-Star sorgt für Ärger - Dreistes Angebot beim ersten Kontakt

Als neuer Nachbar und Eigentümer des Mehrfamilienhauses Nr. 44, das zum schicken Kaulbach-Palais umgebaut werden soll, hat sich 2018 Christian Lell als Geschäftsführer der Capital Living GmbH vorgestellt. Dem einstigen Spieler des FC Bayern gehört heute die Firma Lell Holding, die das Projekt aktuell betreibt. Eine Anfrage unserer Zeitung zu seiner Baustelle in der Maxvorstadt blieb unbeantwortet. „Funkstille“ nennt Wacker das, was er von Lell gewöhnt ist.

Dabei schien der Anfang ein guter zu sein, als sich der ehemalige Profisportler am 18. August 2018 per Brief vorgestellt hat. In dem Schreiben bietet er den Nachbarn an, sich bei Anliegen wegen der Baustelle gern zu melden. Stutzig machte Wacker aber der Nebensatz: „Sollten Sie sich mit ihrem Grundstück verändern wollen oder möglicherweise einen Verkauf in Erwägung ziehen“, würde sich die Lell Holding freuen. „So etwas macht man doch nicht“, sagt der 78-Jährige zum Kaufangebot im Kennenlern-Schreiben.

Luxus-Baustelle in München: Seit 2 Jahren Dauer-Ärger für Nachbarn

Seit 2020 leben die Nachbarn in der Kaulbachstraße nicht nur mit ständigem Baulärm, sondern müssen immer wieder auf Probleme gefasst sein. Wie im vergangenen November, als Wacker in seinem Arbeitszimmer vor einem riesigen, kreisrunden Fast-Durchbruch in der Wand stand. Massiver Mörtel war auf den Drucker gefallen. „Nicht vorstellbar, wenn dort ein Kinderbett für meine Enkelin gestanden hätte“, sagt der Münchner. Per Anwalt habe er Lell über die kaputte Wand informiert. Mehrfach, wie er sagt. Eine Antwort? „Ach wo, bis heute nicht.“ Also reparierten die Wackers die Wand für mehrere Hundert Euro auf eigene Kosten.

München: Keine Absprachen beim Aufbau des Gerüst

Besser lief die Kommunikation, als es im Januar 2021 zu einem Wasserschaden in der Dachgeschoss-Wohnung gekommen ist. „Damals hatten wir eine gute Bauleiterin als Ansprechpartnerin. Die ist aber nicht mehr in der Firma.“ Immer wieder gebe es laut Wacker neue Bauleiter bei dem Projekt, was die Kommunikation enorm erschweren würde. Wie beim Aufstellen des Gerüsts, das nun seitlich auch die Fenster im Nachbarhaus 42 verdeckt.

Informationen habe es vorab nicht gegeben, „Das wurde einfach aufgestellt.“ Absprache: Fehlanzeige, wie der Patentanwalt betont. Ein Punkt, den andere Nachbarn auf Anfrage bestätigten. Wacker ist genervt, zieht die Vorhänge in seiner Arbeitswohnung zu, um nicht ständig auf das Gerüst zu schauen. Er hofft eines: Dass die Dauerbaustelle bald ein Ende findet.

Ist jetzt Bauunternehmer: der ehemalige Fußballprofi Christian Lell.
Ist jetzt Bauunternehmer: der ehemalige Fußballprofi Christian Lell. © SIGI JANTZ

München: Ehemaliger FC-Bayern-Star Lell muss wegen Baumängel vor Gericht

Auch vor Gericht hat der ehemalige Bayernspieler Christian Lell (37) in diesen Tagen Ärger: Für den 16. März war nämlich eigentlich ein Termin am Bau-Senat des Landgericht München I angesetzt, der kurzfristig aber nun auf den 27. Juni verlegt wurde. Beteiligt in dem Verfahren ist der ehemalige Fußballprofi in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der beklagten „Lell Projekt 50 GmbH“ mit Sitz in Straßlach-Dingharting.

Nach Angaben des Gerichts geht es in dem Prozess um Mängel am Bau. Dabei handelt es sich um ein Einfamilienhaus in Grünwald. Der Streitwert liege derzeit bei rund 256 700 Euro. Bei dem angesetzten Termin gehe es im Wesentlichen um die Anhörung von Sachverständigen.

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