Lenbachhaus verliert Flügel

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Die Verbindungstüren zum Blauer-Reiter-Bau sind zugemauert. Während der staubigen Abbrucharbeiten wurde gespritzt.

München - Die Bilder von Franz Marc, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Gabriele Münter sind längst in Sicherheit gebracht. Trotzdem versetzt es dem Kunstfreund einen Stich, wenn er sich dem Lenbachhaus von der Brienner Straße her nähert.

 Der Blaue-Reiter-Trakt ist seit Montag nur noch ein Haufen Bauschutt. Schaulustige verfolgten aus dem Schatten, wie sich die Abbruchzange weiter und weiter in die Ziegelmauern fraß und die ockerfarbenen Außenmauern des 70er-Jahre-Bauwerks in sich zusammenfielen. Der jüngste und als einziger nicht denkmalgeschützte Teil des Lenbach-Komplexes macht Platz für den bronzefarbenen Kubus, entworfen von Stararchitekt Sir Norman Foster, der einmal den Eingangsbereich beherbergen soll. Ende 2010, meint Projektleiter Robert Wimmer aus dem Baureferat, werde der Rohbau fertig sein. An der genauen Ausgestaltung der Fassade wird noch gefeilt. Die Dreiflügelanlage Lenbachhaus wird grundlegend saniert. Das Gesamtprojekt kostet 56 Millionen Euro.

Wie das Lenbachhaus in Zukunft aussehen soll

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Nur ein paar hundert Meter weiter, am Stachus, gehen die unterirdischen Arbeiten in eine neue Phase. Jetzt ist der Abgang am Kaufhof Bayerstraße gesperrt – Treppen und Rolltreppe sind herausgerissen. Nun dehnen sich die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten langsam auf den zentralen Bereich des Untergeschosses aus. Die B-Passage, in der hauptsächlich Gastronomie untergebracht ist, soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Wie berichtet, wurde vor einigen Wochen die C-Passage mit sieben Geschäften neu eröffnet. In den nächsten Wochen wird sich der daran hinten anschließende Teil (vor dem Tengelmann) fertig. Die LBBW Immobilien GmbH investiert rund 30 Millionen Euro in die neue Einkaufsetage mit 45 Geschäften.

bw

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