Nach Bauarbeiten neuer Ärger

Lerchenau: Anwohner wollen nicht für Dauerparker zahlen

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Laster und Anhänger: Kaum sind die Arbeiten abgeschlossen, stehen wieder Dauerparker an der Schittgablerstraße.

Lerchenau: Die Bauarbeiten an der Schittgablerstraße sind abgeschlossen, jetzt gibt es neuen Ärger.

Im vergangenen Jahr haben die Anwohner Schockbescheide vom Baureferat erhalten:Bis zu 130.000 Euro pro Partei sollten sie für die Ersterschließung der Schittgablerstraße (Lerchenau) zahlen. Nun droht neuer Ärger. Mit den Parkplätzen vor Ort könnte es in Zukunft knapp werden.

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen. Bauarbeiten, die viele Anwohner mit Stirnrunzeln zur Kenntnis nahmen. Zwar wurde die Straße nun von der Stadt erstmals richtig erschlossen, Fahrbahn und Gehsteig „endgültig technisch hergestellt“, wie es im Behördenjargon heißt. Doch müssen viele Anwohner bald teils heftige Summen dafür überweisen.

Zum neu ausgebauten Zustand gehören auch Parkbuchten. Und um die macht sich nun so mancher Anwohner Sorgen, Jürgen Keller zum Beispiel. Er wohnt in der Schittgablerstraße und erinnert sich noch gut an den Zustand vor der Ersterschließung. „Damals war ein großer Teil der Parkplätze durch dauerparkende Wohnwagen, Wohnmobile und Anhänger blockiert.“ Keller fürchtet, dass die Dauerparker jetzt mit Abschluss der Straßenarbeiten wieder zurückkehren. Erste Hinweise darauf gebe es schon.

Deshalb stellte Keller beim Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl den Antrag, dass Dauerparken verboten werden möge. „Wir Anwohner“, sagt Keller, „werden für die Ersterschließung zur Ader gelassen. Wir zahlen auch für diese Parkplätze.“ Keller selbst erhielt 2016 einen Vorbescheid, wonach er mit etwa 36 000 Euro Ersterschließungskosten zu rechnen habe. Einigen Nachbarn drohen Zahlungen von 100 000 Euro und mehr.

Aktuell ist die Parksituation noch recht entspannt. Keller gibt aber zu bedenken, dass es nahe der Schittgablerstraße bald eine Fußgängerunterführung zur U-Bahn Oberwiesenfeld geben wird. „Pendler könnten unsere Straße dann als Park-&-Ride-Fläche nutzen, um zur U-Bahn zu kommen“, befürchtet Keller. Bis 2019 entsteht überdies ein Gewerbehof für bis zu 50 Betriebe an der parallel zur Schittgabler- verlaufenden Wilhelmine-Reichardt-Straße.

Das Wohnen-für-alle-Projekt der Gewofag, dass an der Schittgablerstraße entsteht, dürfte indes kaum ins Gewicht fallen. Gebaut werden 45 Wohneinheiten, aber nur elf Stellplätze. Laut Gewofag reiche das aber aus, da die Mieter bei „Wohnen für alle“ nur selten Autos besäßen.

Ein Verbot für dauerparkende Lastwagen wäre für die jetzigen sowie die neu hinzukommenden Bewohner natürlich hilfreich. Doch so einfach ist das nicht. Ob ein solches überhaupt möglich wäre, muss das Kreisverwaltungsreferat (KVR) prüfen. Dieses vermeldet: „Ein Parken von Anhängern und Lkw kann nicht automatisch bei Nichtgefallen durch die Anwohner von der Straßenverkehrsbehörde durch Beschilderung ausgeschlossen werden.“ Vielmehr müssten konkrete Anhaltspunkte vorliegen. Dazu gehört etwa ein massiver Mangel an Abstellplätzen für Anwohner, die nicht auf dem eigenen Grundstück oder in einer Tiefgarage parken können. Ein Verbot wäre auch möglich, wenn die Lastwagen die Fahrbahnbreite wesentlich einschränkten und so die Verkehrssicherheit gefährdeten. „Voraussetzung ist jedoch“, so das KVR, „dass tatsächlich mehr als vereinzelt Lkw in der neu ausgebauten Schittgablerstraße abgestellt werden.“ Der BA hat Kellers Antrag bisher nicht zugestimmt. Das Gremium will die Situation erst noch beobachten.

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