Herr Ude, warum die Extrawurst für die Kultfabrik?

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Partymeile: Die Optimolwerke und die Kultfabrik im alten Kunstpark

München - Einer unserer Leser fragt Christian Ude, warum die Kultfabrik bei den Sicherheitsvorschriften eine Extrawurst bekommt. Die Antwort des Oberbürgermeisters:

Ich möchte gerne wissen, warum die Kultfabrik weiterhin besteht, trotz mangelnder Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Warum wird die Betriebserlaubnis immer wieder verlängert?

Markus Lorenz, per E-Mail

OB Udes Antwort:

Nach der Schließung der Pfanni-Werke öffnete 1996 der Kunstpark (Ost) seine Pforten, der 2003 durch das Optimolgelände und die Kultfabrik abgelöst wurde. Mit dieser Nachfolgenutzung, die in und um München großen Zuspruch erfuhr, wurde das Entstehen einer jahrelangen Industriebrache verhindert. Es war bereits damals abzusehen, dass die Überplanung und Neuordnung dieses Geländes einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Ziel ist die Entwicklung eines qualitätsvollen neuen Stadtviertels für rund 2000 Menschen. Dabei gilt es, Flächen für Wohnen, Handel, Gewerbe, Gastronomie und Grün- sowie Verkehrsflächen ausgewogen unterzubringen. Der städte- und landschaftsplanerische Rahmen hierfür wurde 1999 durch den Stadtrat beschlossen. Im Anschluss wurde ein Wettbewerb ausgelobt, um eine Konzeption für einen Strukturplan zu erhalten, der 2007 durch den Stadtrat beschlossen wurde. Derzeit wird das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans durchgeführt. Genauere Informationen zu den Planungszielen für dieses Areal und der jeweilige Verfahrensstand stehen auf der Internetseite des Referates für Stadtplanung und Bauordnung.

Ein dauerhafter Betrieb der ehemaligen Pfanni-Werke als Vergnügungsmeile war seitens der Landeshauptstadt München nie beabsichtigt. Die jeweiligen Baugenehmigungen wurden daher immer befristet, mit Auflagen und nur im Rahmen des geltenden Baurechts erteilt. Derzeit ist die Befristung auf Januar 2016 festgelegt. Die Stadt München legte hier aber auch immer großen Wert auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und hat deren Einhaltung mehrmals eingefordert. Dass es trotzdem immer wieder zu Beeinträchtigungen für die Anwohner kam, ließ sich leider nicht vermeiden und konnte auch nicht rechtlich unterbunden werden. Die Stadt setzte sich aber für eine stetige Aufwertung des Areals ein, auf dem in den vergangenen Jahren bereits merkliche Veränderungen stattfanden.

Da in den Randbereichen bereits eine teilweise Neubebauung erfolgt ist und schon die nächsten Bauprojekte in Vorbereitung sind, haben sich allein dadurch neue Rahmenbedingungen ergeben. Man kann davon ausgehen, dass sich die Situation für die Anwohner schon vor der endgültigen Schließung der Kultfabrik und des Optimolgeländes verbessern wird.

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