117 Euro „Taschengeld“ im Monat

Vielen Dank! Leser spenden für arme Münchner Rentnerin

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Elfriede Hartmann (M.) mit Sandra Bisping vom Verein „Ein Herz für Rentner“ (l.) und ihrer ehrenamtlichen Betreuerin Renate Helwig.

Ihr Schicksal hat viele Leser berührt: Elfriede Hartmann bekommt monatlich nur 117 Euro Taschengeld vom Bezirk Oberbayern. Ihre Rente wird komplett mit den Heimkosten verrechnet. Nachdem unsere Zeitung über die Rentnerin berichtete, setzte eine Welle der Hilfsbereitschaft ein.

München- Und dann huscht plötzlich doch ein Lächeln über Elfriede Hartmanns Gesicht (87). Wegen ihrer Arthrose tun der Seniorin alle Knochen weh, sie hat Pflegestufe drei, sitzt im Rollstuhl. Der Alltag, er ist hart - doch die Anteilnahme der tz-Leser gibt ihr neue Hoffnung.

Schokolade, Kekse, Säfte und auch viele Umschläge mit Geld haben die Leser der Rentnerin gespendet. Viele mitfühlende Menschen kamen auch persönlich im Hans-Sieber-Haus an der Manzostraße (Allach) vorbei, in dem Elfriede Hartmann lebt. 

Von der großen Anteilnahme erzählt Sandra Bisping (46) vom Verein „Ein Herz für Rentner“. Als Elfriede Hartmanns ehrenamtliche Betreuerin Renate Helwig (74) den Verein auf die schlimme Situation der Rentnerin aufmerksam gemacht hatte, schaltete der sich sofort ein. Die Seniorin bekommt gerade mal 117 Euro sogenanntes Taschengeld vom Bezirk Oberbayern im Monat, ihre Rente wird komplett mit den Heimkosten verrechnet (tz berichtete). 

Die Rentnerin kann sich die kleinen Freuden des Lebens nicht leisten

Doch von diesen 117 Euro muss Elfriede Hartmann allein vier Tuben Schmerzgel für 50 Euro gegen ihre Arthrose-Schmerzen besorgen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht. Auch die Creme gegen das Wundsitzen im Rollstuhl, die Augentropfen, die Batterien fürs Hörgerät und die Kosten für ihren Telefonanschluss muss die Münchnerin von dem Geld bestreiten. Da kann sie sich oft nicht mal noch eine Flasche Apfelsaft oder ihre heißgeliebten Butterkekse leisten. 

Der Verein „Ein Herz für Rentner“ unterstützte Hartmann mit einer Soforthilfe für Medikamente und Einkaufsgutscheinen, außerdem bekommt die Rentnerin zukünftig 38 Euro monatlich über eine Patenschaft des Vereins. Und auch dietz-Leser berührte das Schicksal der alten Dame. „Die Resonanz war enorm“, sagt Sandra Bisping. „Danke, ich muss mir jetzt weniger Sorgen machen“, sagt Elfriede Hartmann. Kinder hat die alte Dame keine, ihr Mann ist 1999 verstorben. 

Von ihrer Betreuerin kann sie sich jetzt ein paar mehr Frauenzeitschriften im Monat besorgen lassen: Die liest sie doch so gerne.

So können Sie helfen

Gemeinsam für mehr Würde im Alter - so lautet das Motto des Münchner Vereins „Ein Herz für Rentner“. Vorsitzende ist Sandra Bisping, der Verein bietet Rentnern finanzielle Unterstützung, deren Geld nicht für das Nötigste ausreicht. Zudem setzt er sich aktiv gegen Einsamkeit im Alter ein. Finanziert wird der Verein ausschließlich über Spenden. „Beinahe täglich erreichen uns Anträge auf Unterstützung“, sagt Bisping, die auch Elfriede Hartmann finanziell unter die Arme greift. „Das Schicksal von Frau Hartmann trifft leider auf sehr viele Rentner zu. Sie können sich oftmals noch nicht mal frisches Obst oder neue warme Schuhe kaufen.“ Wollen auch Sie helfen? Möglich ist das mit einer Sofortspende oder einer Patenschaft von 38 Euro monatlich. Das Spendenkonto: IBAN: DE03701500001004659767. Mehr Infos: 089/413 22 90 oder im Internet.

Münchens bedürftige Rentner: So kommen sie über die Runden

Ramona Weise

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