Wasser dringt in Gebäude ein

Leseraktion: Ein Garagentor bringt viele Probleme

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Ärger mit dem Garagentor: Wegen Fehlern bei der Montage hatte Harald T. einen Wasserschaden im Keller darunter - er zog vor Gericht.

München - Harald T. lässt sich ein spezielles Tor in seine Garage einbauen. Nach einiger Zeit bemerkt er einen Wasserschaden im Raum darunter. Die Firma ist sich keiner Schuld bewusst.

Liefert der Handwerker gute Arbeit ab, dürfte es keine Diskussionen um die Rechnung geben. Leider gibt es aber allzu oft Unstimmigkeiten. So auch in diesem Fall: In der Garage eines Neubaus wurde ein spezielles Garagentor eingebaut. Bei der Montage wurde die Isolierung beschädigt und es gab einen Wasserschaden im Raum darunter. Jahrelang wurde gestritten, wer für den Fehler verantwortlich ist. Dann nahm sich unser Experte Rechtsanwalt Dr. Frithjof Päuser der Sache an - mit Erfolg. Der Jurist von der Kanzlei iutax Steuer & Recht (www.iutax.de) ist einer der drei Experten, die uns bei unserer Leseraktion unterstützen. Fachlichen Rat geben des weiteren Tatjana Halm (Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale) und Holger Scheiding von der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Seiten-Sectionaltor wird benötigt  

Zugegeben, es war eine knifflige Aufgabe. Die Doppelgarage von Harald T. steht nicht genau im rechten Winkel zum Haus, und das Tor sollte automatisch schließen. Ein konventionelles Roll- oder Schwingtortor, das zum Schließen von oben nach unten läuft, konnte also offenbar nicht eingebaut werden. Es musste darum ein sogenanntes Seiten-Sectionaltor sein, dessen Lamellen in einer Schiene am Boden geführt und die zum Öffnen zur Seite geschoben werden.

Im Jahr 2009 wurde der Neubau in Eichenau hochgezogen, im Sommer darauf zog die Familie ein. Harald T. beauftragte eine Baufirma aus dem nahen Fürstenfeldbruck. Eine große Firma, bei der er außerdem für über 50.000 Euro Fenster, Türen und weitere Bauelemente für das Wohn- und Geschäftshaus kaufte. „Ich habe gedacht, da gibt es am wenigsten Probleme bei Reklamationen“, sagt der 52-Jährige. Zudem preist sich die Firma auf ihrer Homepage als Experte an: „Wir nehmen Aufmaß vor Ort, liefern termingerecht und übernehmen auf Wunsch die fachgerechte Montage.“ Passt, dachte sich der Bauherr. Und anfangs passte das Garagentor auch.

Wasserschaden unterhalb der Garage

Bis Harald T. nach rund einem Jahr in dem Kellerraum unterhalb der Garage einen Wasserschaden bemerkte. „Da gibt es keine entsprechenden Leitungen, also musste das Wasser von oben kommen“, schildert er gegenüber der tz das Problem. Er untersuchte den Garagenboden und kam schnell auf die Ursache: Die Befestigungsschrauben der Schiene im Boden hatten die Dichtung beschädigt, und sobald er bei Regen mit dem Auto in die Garage fuhr, rann das Nass durch die Decke. Um zu beweisen, dass die Montage fehlerhaft war, stemmte Harald T. ein Loch in den Boden. „Ich hab’s aufgerissen, um die Ursache zu finden.“

Harald T. meldete der Baufirma den Schaden. Die berief sich auf den Subunternehmer, der das Tor montiert habe. Der wiederum sagte, dass er nur den Auftrag zur Montage erhalten habe, für die Planung sei er nicht verantwortlich. Der Schwarze Peter wanderte hin und her, der Garagenboden blieb undicht. Harald T. schaltete den Anwalt Dr. Frithjof Päuser ein. „Aber auch danach wurden wir über Monate hingehalten“, sagt der.

Gutachter bestätigt fehlerhafte Montage

Dabei hatte ein Gutachter, den die Betriebshaftpflichtversicherung des Subunternehmers geschickt hatte, die fehlerhafte Montage bestätigt. „Es war eine Fehlplanung und von der Technik her nicht machbar“, sagt der verärgerte Garagenbesitzer. Geplant habe die Baufirma, und die stehe nun seiner Meinung nach in der Haftung. „Mit denen habe ich ja auch den Vertrag abgeschlossen, nicht mit der Montagefirma.“

Auch ein Angebot von Harald T. an die Baufirma, gegen die Zahlung einer bestimmten Summe das Problem selbst zu lösen, wurde nicht angenommen. Die Garage konnte nur bedingt genutzt werden: „Wenn mein Auto nass war, bin ich nicht reingefahren, damit kein Wasser mehr eindringt.“ Besonders schlimm war es im Winter bei Eis und Schnee. Vermieten hätte er das Gebäude nicht können.

Schadenersatzklage über 25.000 Euro

Als immer noch nichts weiterging und er über drei Jahre hingehalten wurde, entschloss er sich, die Sache von einem Gericht klären zu lassen. „Wir haben die Firma auf Schadenersatz in Höhe von 25.000 Euro verklagt“, sagt Rechtsanwalt Dr. Frithjof Päuser. Und dann ging es auf einmal ziemlich schnell: „Im gerichtlichen Verfahren kam es dann bereits nach einem ersten schriftlichen Hinweis des Richters an die Gegenseite ohne eine mündliche Verhandlung zu einer Einigung über einen Schadenersatzbetrag von 20.000 Euro“, schildert der Anwalt den kurzen Prozess.

Harald T. hat dann das Lamellentor rausgerissen und von einer anderen Firma ein neues Gara­gentor montieren lassen. Ein Rolltor. Das ging also doch. Seither ist der Keller darunter trocken.

Volker Pfau

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