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Direktor erschüttert: „Unschätzbarer Wert“ – Klimaaktivisten kleben sich an Rubens-Gemälde in München

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Von: Felix Herz

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Alte Pinakothek
Ein Steinlöwe vor dem Gebäude der Alten Pinakothek in München. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. © picture alliance / Andreas Gebert/dpa

Immer wieder fallen Klimaaktivisten der Bewegung „Letzte Generation“ mit Protestaktionen auf. Nun gab es einen Vorfall in der Alten Pinakothek in München.

München – Das Gemälde „Der bethlehemitische Kindermord“ von Peter Paul Rubens stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es hängt in der Alten Pinakothek in München. Für den Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, ist das Bild sowie dessen Rahmen „von unschätzbarem kulturhistorischen Wert“. Nun wurde letzterer beschädigt – bei einer Protestaktion von Klimaaktivisten der Bewegung „Letzte Generation“.

„Letzte Generation“: Aktivisten kleben sich an Rubens-Gemälde fest

Immer wieder sorgen die Aktivisten der Klima-Bewegung „Letzte Generation“ für Schlagzeilen. Ihre Protestaktionen sollen in der breiten Öffentlichkeit auffallen und stören – das erreichen sie mit teils drastischen Maßnahmen. Oft kommen dabei Kleber oder Kabelbinder zum Einsatz: Die Aktivisten kleben sich dann auf dem Boden von Hauptverkehrsstraßen fest, um den Verkehr aufzuhalten. Damit wollen sie auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen und protestieren den Gebrauch fossiler Brennstoffe, welche diesen vorantreiben.

Das Gemälde „Der bethlehemitische Kindermord“ hängt in der Alten Pinakothek in München. Bei einer Protestaktion von Klimaaktivisten wurde der Rahmen beschädigt.
Das Gemälde „Der bethlehemitische Kindermord“ hängt in der Alten Pinakothek in München. Bei einer Protestaktion von Klimaaktivisten wurde der Rahmen beschädigt. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen/dpa

An diesem Wochenende gab es gleich zwei Aktionen der „Letzten Generation“: Am Samstag, 27. August, versuchten sich zwei Aktivisten während dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach, an einem der Tore mit Kabelbindern festzubinden. Einen Tag vorher, am Freitag, 26. August, klebten sich zwei Aktivisten an den Rahmen des Gemäldes „Der bethlehemitische Kindermord“ von Peter Paul Rubens.

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„Nicht legitim“: Generaldirektor kritisiert Klimaaktivisten

Bei der Aktion der zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ wurde der Rahmen des Gemäldes beschädigt. Maaz hat dafür kein Verständnis. „Es ist nicht legitim, einmalige kulturelle Menschheitszeugnisse zu beschädigen, um auf die faktisch gegebenen klimatischen Probleme hinzuweisen“, so der Generaldirektor.

Mitarbeiter des Museums und Polizisten lösten die Aktivisten mithilfe von Lösungsmitteln von dem historischen Rahmen des Gemäldes. Dieser wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. Wie hoch der Schaden sei, konnte die Staatsgemäldesammlung nicht beziffern. Maaz kann nur den Kopf schütteln: „Ein Gemälde wie „Der bethlehemitische Kindermord“ sowie der historische vergoldete Rahmen sind von unschätzbarem kulturhistorischen Wert“. Eine ähnliche Aktion gab es zuletzt erst in Dresden.(fhz)

Dresden: Klimaaktivisten kleben sich an „Sixtinische Madonna“

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