Schock im Urlaub:

Mutter rettet Elisa (4) aus diesem Auto

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In diesem Auto schlief die vierjährige Tochter der Münchnerin. Die Mutter rettete sie gerade noch rechtzeitig.

München/ Ückeritz - In letzter Minute: Eine Urlauberin aus München hat auf Usedom ihr schlafendes Kind Elisa (4) aus einem sinkenden Auto gerettet. 

Es ging um Leben und Tod – und es ging um Sekunden! Im buchstäblich letzten Moment rettete die Münchner Urlauberin Sabine A. (41) auf der Insel Usedom ihre schlafende Tochter Elisa (4) aus dem Familienauto – bevor der VW Touran im Haff vor Ückeritz versank.

Es war der erste Ferientag der Münchner Familie an der Ostsee. Sabine A. stammt aus Rostock, wollte im Hafen mit ihrer Schwester und ihrer Nichte Kaffee trinken. Ein Sturm zog auf. Am Sporthafen stellte die Frau das Auto ab – an einer Rampe, über die normaleweise Boote an Land gezogen werden. Auf dem Rücksitz des Wagens schlief Elisa friedlich in ihrem Kindersitz. Sabine A. wollte nur ganz kurz ums Eck, musste mal schnell wohin. Der Gang des Autos war eingelegt.

Als Sabine A. eine Minute später zurückkam, sah sie mit Entsetzen, dass sich das Auto langsam in Bewegung setzte – direkt ins Haff! Vermutlich hatte der scharfe Sturm das Auto angeschoben. Die Angst um ihr Kind verlieh Sabine A. Flügel. „Für eine Sekunde glaubte ich, noch die Handbremse ziehen zu können“, berichtete sie später den Reportern der Ostsee-Zeitung. Doch dafür war es zu spät. Mit geübtem Griff löste sie den Kindersitz-Gurt, riss ihr kleines Mädchen an sich. Sekunden rollte das Familienauto ins Wasser und wurde – schon halb versunken – in eine Ecke des Hafenbeckens abgetrieben. „Da standen wir dann. Klitschnass, aber sicher auf dem Land. Ich bin so geschockt, ich habe bis heute noch nicht einmal geweint“, sagt Sabine A. am Tag danach. Ihre Gefühlswelt: der unglaubliche Schock, die unglaubliche Erleichterung. Und Dankbarkeit ist auch dabei. als das Auto ins Wasser rollte, kam nämlich schnell Unterstützung von allen Seiten. Der Koch des nahen Café Knatter hatte durchs Küchenfenster alles mitangesehen, stürzte aus dem Haus und rief um Hilfe!

Ein glücklicher Zufall wollte außerdem, dass sich gerade mehrere Surfer im Hafen in Sicherheit vor dem Sturm gebracht hatten. Sofort sprangen sie ins Wasser. Sabine A.: „Blitzschnell tauchten sie nach unseren Sachen. Sie holten alles aus dem Auto und sammelten im Wasser treibende Kleidungsstücke ein. Es fehlt nichts.“

Ob das Auto noch zu retten ist, ist fraglich. Sabine A. sagt: „Das ist wohl ein Totalschaden, meinte der Monteur.“ Aber das ist ja auch nicht das, was zählt. Sabine A.: „Hauptsache, Elisa geht es gut. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was geschehen wäre, wenn…“

Dorita Plange und Wolfgang de Ponte

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