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Letztes Aufbäumen für den Tunnel: Münchner kämpfen für Bauprojekt im Englischen Garten

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Von: Andreas Daschner

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Kämpfen weiter für den Tunnel: das Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub.
Kämpfen weiter für den Tunnel: das Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub. © Andreas Daschner

Die Befürworter des Tunnels unter dem Englischen Garten geben nicht klein bei. Eine Petition soll nun die Frage über die Anzahl der zu fällenden Bäume klären.

Nachdem die grün-rote Mehrheit im Stadtrat das Projekt im März abgelehnt hat, startet das Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub nun eine Petition im Landtag.

Das Baureferat war im November 2021 zu dem Schluss gekommen, dass 890 Bäume weichen müssten. Zuvor war von 550 Bäumen die Rede. Diese letzte Zahl geht laut den beiden Architekten auf eine vertiefte Machbarkeitsstudie aus den Jahren 2015/2016 zurück, die bislang nicht öffentlich bekannt gemacht und ihnen zugespielt worden sei. Dabei wurde eine Bauweise untersucht, bei der der Verkehr während der Bauphase größtenteils auf den bestehenden Fahrbahnen abgewickelt werden kann.

Tunnelbefürworter gehen von weniger Fällungen aus

Zuvor war eine Hilfsfahrspur im Randbereich des Parks geplant, für die noch mehr Bäume hätten gefällt werden müssen. Zudem heißt es in der Studie auch: „Im Rahmen von Optimierungen der weiteren Planung kann die Anzahl der Baumfällungen voraussichtlich noch reduziert werden.“ Lejeune merkt an: „Es müssten also eher weniger als mehr Baumfällungen sein.“ Zudem könnten die gefällten Bäume durch Neupflanzungen ersetzt werden. Die Allianz hätte dafür eine Million Euro, Markus Söder in seiner Zeit als Finanzminister weitere fünf Millionen Euro zur Finanzierung zugesagt.

Grüne: Zahlen des Baureferats klingen plausibel

Markus Viellvoye, Pressesprecher der Grünen-Fraktion, hält dagegen, dass das Baureferat die Stadträte der Fraktion über die höhere Zahl informiert hätte. „Die Ausführungen klangen nachvollziehbar.“ Nun soll der Petitionsausschuss des Landtags die Frage nach der Zahl der Fällungen klären. Am Montag wollen Lejeune und Grub eine entsprechende Petition einreichen.

Grub betont, dass es nicht um einen sofortigen Tunnelbau geht. Vielmehr dürfe das Projekt nicht komplett sterben. „Im Anschluss an die Planfeststellung hat die Stadt noch jahrelang Zeit, über Bau und Finanzierung nachzudenken.“ Dazu sagt SPD-Fraktionschefin Anne Hübner: „Es steht den Befürwortern frei, die Politik mit neuen, stichhaltigen Argumenten zu füttern.“ Allerdings glaube sie nicht, dass sich vor den Kommunalwahlen 2026 etwas am jetzigen Sachstand in der Tunnelfrage ändern werde.

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