Chef des Einbruchskommissariats ringt mit dem Tod

Leukämie! - "Bitte helft mir!"

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Der von Leukämie und mehreren Chemotherapien gezeichnete Polizist Walter Moder (59) – hier mit seinem kleinen Enkelsohn Sebastian (5 Monate).

München - Das Atmen fällt ihm schwer. Er hat stark abgenommen und fühlt sich so schwach wie nie zuvor: In einem Münchner Krankenhaus liegt in diesen Tagen ein Mann, der weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat.

40 Jahre lang hat Kriminalhauptkommissar Walter Moder (59) seine ganze berufliche Kraft in die Dienste der Münchner Polizei und der Bürger gestellt. Vielen hat er in dieser Zeit geholfen. Nun jedoch braucht der Helfer selbst Hilfe: Der Chef des Münchner Einbruchskommissariats ist an einer besonders bösartigen Form des Blutkrebses (Leukämie) erkrankt. Nur eine Knochenmarkspende kann Walter Moder retten. Doch unter den Millionen von Spendern in aller Welt war für ihn bislang kein passender dabei...

Opa darf nicht sterben

Der Polizeibeamte Walter Moder braucht dringend Hilfe. Vor ca. zwei Monaten erkrankte der Vater zweier Sähne und Großvater eines Enkels an Leukämie. Seine Familie und die Polizei München starten jetzt eine Hilfsaktion. Auch Sie können helfen.

Seine Familie, seine Freunde, alle Münchner Polizisten und befreundete Hilfs-Organisationen planen bereits für Samstag, 13. Dezember, in der Innenstadt und im Polizeipräsidium eine große Typisierungs-Aktion, zu der möglichst viele Münchner Bürger zur Blutspende animiert werden sollen. Denn das Wunder ist schon einmal geschehen: Bei einer beispiellosen Typisierungsaktion im März 2006 für den leukämiekranken Münchner Polizisten Michael Laumer ließen sich 5000 Menschen im alten Radstadion ein paar Tropfen Blut zur Untersuchung abnehmen. Michael Laumer ist heute wieder fit und gesund.

So helfen Sie Leukämiekranken

Der Polizist Walter Moder ist an Leukämie erkrankt. Die Polizei München hat jetzt zu einer Spendenaktion aufgerufen. Was bei einer Typisierungsaktion passiert und was auf potentielle Spender zu kommt, erfahren Sie hier.

Diesen langen Weg haben Walter Moder, seine Frau Brigitte und seine Söhne Thomas (28; selbst Polizist) und Markus (31; Rettungsassistent) noch vor sich. Brigitte Moder kämpfte mit den Tränen, als sie gestern den Leidensweg ihres Mannes schilderte: „Im August ist er noch Mountainbike gefahren. Er war extrem sportlich und nie krank. Vor zwei Monaten jedoch fühlte er sich plötzlich schlapp und kurzatmig und ist dann zum Arzt gegangen.“ Die Diagnose war niederschmetternd: Leukämie. Walter Moder kam sofort ins Schwabinger Krankenhaus. Es folgten mehrere Chemo-Therapien. Doch keine schlug an. Der Familienvater magerte ab, verlor seine Haare, konnte nicht essen. „Walter war am Boden zerstört.“ Seinem Enkelchen Sebastian (fünf Monate alt) durfte er wegen Infektionsgefahren wochenlang nur durch die Scheibe zuwinken. Auf Sebastian wollte er nach seiner Pensionierung aufpassen, um die Eltern zu entlasten. Doch Familienpläne liegen derzeit auf Eis: „Wenn wir es nicht versuchen, gibt es auch keine Chance. Alle für einen – das ist jetzt die Parole“, erklärte Polizeivizepräsident Robert Kopp. Der Anfang ist gemacht: Elisabeth Schosser vom Münchner Sicherheitsforum spendete gestern bereits spontan 1000 Euro für die hohen Typisierungskosten.

Die Welle der Zuneigung ist Balsam für den Schwerkranken. Seine Frau: „Walter wollte das eigentlich nicht. Jetzt aber freut er sich doch und das baut ihn sichtlich auf.“ Walter Moder hatte bereits einen schweren Schicksalsschlag zu verwinden. Vor einem Jahr starb sein Bruder Herbert. Er wäre als engster Verwandter ein potentieller Knochenmarkspender gewesen.

dop.

So werden Sie zum potenziellen Lebensretter

Ein kleiner Pieks, der Leben rettet: Nur ein paar Tropfen Blut genügen, um ein potentieller Knochenmarkspender zu werden. Spenden können alle gesunden Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren. Bei der Typisierung werden bestimmte Gewebe-Merkmale analysiert und gespeichert. Die müssen später zwischen Patient und Spender übereinstimmen, damit die Übertragung des Knochenmarks (wird in Vollnarkose aus dem Beckenknochen entnommen) erfolgreich sein kann. Je nach Konstellation ist es manchmal sehr schwierig, geeignete Spender zu finden – wie eben im Fall von Walter Moder. Bei der Deutschen Knochenmarkspende sind derzeit 1,7 Millionen potentielle Spender gespeichert. Weltweit sind es viele Millionen, deren Daten zentral abgerufen werden können. Weil die Typisierung so teuer ist (50 Euro Laborkosten pro Probe) freut sich die DKMS über Geldspenden: DKMS-Spendenkonto 904 246 279, Stadtsparkasse München, BLZ 70150000 , Stichwort: „Hilfe für Walter“.

Jeder neu aufgenommener Spender bedeutet nicht nur eine Lebenshoffnung für Walter Moder sondern für Patienten auf der ganzen Welt.

Quelle: tz

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