Er war einen Tag vorher dort

Raketen-Horror im Camp von Christian "Fonsi" Springer

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Ab Samstag wurde das Lager bei Arsal im Libanon beschossen.

München/Arsal - Christian "Fonsi" Springer engagiert sich mit seinem Verein Orienthelfer e.V. für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon. Einen Tag nach seinem Besuch vor Ort wurde das Camp von Raketen zerstört.

Es ist für Christian „Fonsi“ Springer eine Herzensangelegenheit: Die Hilfe für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon durch seinen Orienthelfer e.V. Erst am Freitag besuchte der Autor und Kabarettist das Lager unweit der Grenze. Am nächsten Tag schlugen dort Granaten und Raketen ein! Es gab Tote und Verletzte.

Christian Springer war am Freitag noch im Flüchtlingslager Arsal, verteilte dort Plüschtiere an die Kinder, die dort mit ihren Familien in Zelten hausen.

Seit 2011 fährt Springer (Die Komiker und Schlachthof im BR) mit seinen Freunden nach Syrien und Jordanien, um den Flüchtlingen aus Syrien zu helfen – über eine Million von ihnen haust dort in Zelten. Vergangenen Freitag besuchte Springer das Flüchtlingslager bei Arsal, wo Springer den Bau von Wohncontainern unterstützt, die die Flüchtlinge abbauen und in ihrer Heimat wieder aufstellen können, wenn dort nur endlich Frieden wäre. „Ich hatte Plüschtiere dabei, die wir an die Kinder verteilten, und am Abend fuhren wir weiter nach Beirut“, so Springer.

Nach Raketen-Angriff: Das Camp ist verbrannt und menschenleer

Das Camp vor der Zerstörung: Familien hausten auf engstem Raum in Zelten.

Kaum, dass die Helfer weg waren, schwappte der Syrienkrieg über die Grenze nach Arsal, wo nun 40.000 Libanesen und 120.000 Syrer eingeschlossen sind. Die islamistische Al-Nusra-Front griff das libanesische Gebiet an, die libanesische Armee ging zum Gegenangriff über. „Es ist grausam, Raketen und Granaten schlugen in und um das Lager ein, die Zelte brannten ab“, so Springer fassungslos. „Es ist tragisch, im September wollen wir zwei Feuerwehrautos nach Arsal bringen, die hätte man jetzt dringend gebraucht.“

Wie dramatisch die Lage ist, kann man der E-Mail aus dem Orienthelfer-Lager an Springer entnehmen, derzufolge 33 Zivilsten bei dem Angriff im Lager getötet und 650 verletzt wurden: „Wir wissen nicht, wie viele davon Syrer sind und wie viele Libanesen. Wir wissen nur, dass die libanesische Armee den Syrern nicht erlaubt, Arsal zu verlassen.“ Das Camp sei verbrannt und menschenleer, die Flüchtlinge versteckten sich in den Moscheen oder anderen halbwegs sicheren Gegenden in Arsal. Von wo die Schüsse kamen, ob von der Al-Nusra-Front, der libanesischen oder der syrischen Armee? Wir wissen es nicht.“ Wir Orienthelfer sind die einzige Nicht-Regierungsorganisation, die noch in Arsal arbeitet, sogar die UN haben ihre Büros geschlossen.”

Die einzige gute Nachricht: Die Wohncontainer wurden nur leicht beschädigt. Seit Mittwoch gilt eine Waffenruhe. Springer: „Ich hoffe, die hält. Im September wollen wir wieder nach Arsal, und ich hoffe, wir kommen durch.“ Wer helfen will, Infos unter: www.orienthelfer.de

Johannes Welte

Der syrische Bürgerkrieg schwappt auf den Libanon über

Der seit drei Jahren tobende syrische Bürgerkrieg forderte bereits über 150.000 Tote. Dem von Russland, China, dem Iran, Nord-Korea und Venezuela unterstützten Staatschef Baschar al-Assad stehen u.a. von den USA, Frankreich und der Türkei unterstützte Rebellen gegenüber. Im Norden und Osten Syriens und im West-Irak kämpft die Miliz des Islamischen Staates (IS) und wird für grausame Massaker verantwortlich gemacht. Im Westen tut es die Miliz der Al-Nusra Front der IS gleich. Die Kämpfe greifen nun auch nach Arsal im Libanon über.

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