Von München nach Berlin

Sie sind das erste Glied der Lichterkette

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Petra Plötz, Aida Karnowski, Jessica Mey, Skadi Schneider und Tanja Sanzone-Liapaki (v.l.) probten schon mal am Marienplatz für die Lichterkette, die am Samstag von dort bis zum Brandenburger Tor in Berlin führen soll.

München - Eine Lichterkette von München nach Berlin soll ein Zeichen gegen den Hass setzen. Die tz stellt die Macher der Aktion vor.

Terroranschläge in Paris, Beirut und anderswo, Bomben auf Syrien, Anschläge auf Flüchtlingsheime. Kurz vor Weihnachten will eine Lichterkette ein mächtiges Zeichen setzen gegen den Hass: mit einer Lichterkette der Menschlichkeit von München bis Berlin. Wurden die Organisatoren am Anfang noch belächelt, sieht es mittlerweile ganz danach aus, als könnte dieses ehrgeizige Ziel ereicht werden.

Eine 650 Kilometer lange menschliche Kette mit Lichtern zu bilden ist ein ziemlich ambitioniertes Vorhaben, das die Organisatoren für kommenden Samstag um 19 Uhr angepeilt haben. „Als ich das ganze mit Freunden aus der Taufe gehoben habe, ahnte niemand, dass dieser Traum wahr werden könnte – und was das alles für einen Aufwand bedeutet“, so Tierpensionsbetreiber Horst Fallenbeck aus Bad Waldsee bei Memmingen. Die Resonanz war so groß, dass die Beteiligten schier überrannt wurden. „Ich musste extra jemand einstellen, um das bewältigen zu können.“ Doch er fand in 14 Städten auf der Strecke Mitstreiter, die die Lichterkette organisieren.

Auch die Personalberaterin Katharina Hohmann (51), die mit Freundinnen das Münchner Organisationsteam übernahm, kümmert sich derzeit nur noch um die Lichterkette. Sie ist begeistert: „Es gibt aus der ganzen Welt super Reaktionen. Es ist nicht zu fassen.“ Derzeit gehen die Organisatoren von 400.000 Menschen aus, die sich an der Lichterkette beteiligen wollen. 600.000 wären nötig, um eine durchgehende Schlange zu bilden.

Lichterkette von München nach Berlin: Große Unterstützung

Viele Gruppierungen haben ihre Unterstützung erklärt. „SPD, Grüne, Linke, CDU, Feuerwehren, Schulen“, erzählt Fallenbeck. Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) habe sich angemeldet, auch der DGB ruft seine Mitglieder zur Lichterkette auf. Viele Pfarrer aus den neuen Bundesländern beteiligten sich, auch der Oberbürgermeister von Zeitz in Sachsen-Anhalt, Volkmar Kunze (FDP). „In Ingolstadt hat sich die Feuerwehr gemeldet, im fränkischen Pegnitz das gesamte Personal einer Klinik.“

In München unterstützen die Rosa Liste und die Aids-Hilfe die Aktion. Dabei lege die Lichterkette, so Katharina Hohmann, großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. „Wir sind eine bürgerliche, überparteiliche, überkonfessionelle Aktion.“ Unterstützung demokratischer Organisationen sei willkommen. „Wir bitten aber, keine Transparente mitzubringen.“

Auch in Städten, die nicht auf der Route liegen, haben sich Organisationsteams gegründet, die eigene Lichterketten bilden wollen: In Lübeck, Traunstein, Hamburg, Köln-Düsseldorf, Pforzheim, Wangen im Allgäu, Dresden.

Wer sich beteiligen will, Infos unter: www.lichterkette-2015.de.

Johannes Welte

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