Gefährliche Liebe hinter Münchner Gittern

Knastwärterin (24) hatte Affäre mit Häftling

+
Ulrike V. verliebte sich hinter den Mauern von Stadelheim  in den Häftling Andy B.

München - Ihre Affäre mit einem Häftling im Stadelheimer Gefängnis hat einer Justizvollzugsbeamtin (24) einen Prozess vor dem Münchner Amtsgericht eingebrockt.

Als Beamtin im Justizvollzugsdienst sollte Ulrike V. (24) auf Gefangene in Stadelheim aufpassen. Ein intimes Verhältnis mit Knast-Insassen ist natürlich tabu. Doch die zierliche Obersekretärin aus dem Bayerischen Wald verliebte sich in einen Drogenhändler, einen Kerl wie ein Baum. Aus Liebe zu Andreas B. schmuggelte sie für ihn Handys in die Haftanstalt, möglicherweise aber auch Drogen und Medikamente. Jetzt wird ihr wegen Bestechlichkeit der Prozess gemacht.

Andreas B., der eine siebenjährige Haftstrafe absitzen musste, arbeitete in der Wäscherei der JVA Stadelheim. Im sogenannten Schmutzraum sortierte er die dreckige Wäsche der Häftlinge. Dorthin kam auch die junge Beamtin – allerdings nicht zum Aufpassen. Verbotene Liebe im Knast! „Meine Kollegen haben mitbekommen, dass da mehr ist als eine dienstliche Beziehung“, erzählte sie vor dem Amtsgericht. „Ich wurde belehrt, dass ich mich fernhalten muss vom Schmutzraum.“

Bei dieser Verfehlung blieb es nicht. Staatsanwalt Andreas Franck wirft ihr vor, „innerhalb der JVA Stadelheim einen schwunghaften Handel mit Mobiltelefonen und anderen verbotenen Gegenständen, insbesondere Muskelaufbaupräparaten“, getrieben zu haben. Dafür habe sie von Komplizen außerhalb des Knasts Geld erhalten.

Staatsanwalt Franck: „Dass derartige Häftlinge durch eingeschmuggelte Mobiltelefone Einfluss auf das Strafverfahren nehmen könnten, etwa durch Einschüchterung von Belastungszeugen nahm sie billigend in Kauf.“

„Die Vorwürfe werden reingeräumt“, erklärte der Anwalt von Ulrike V. „Sie hat sich verstrickt.“ Mit diesem Geständnis wäre die seit einem Jahr vom Dienst suspendierte Angeklagte mit einer Bewährungs-Strafe davon gekommen. Doch dann ruderte sie zurück. Sie habe ein einziges Handy geschmuggelt, aus Liebe. Franck: „Sie lügen!“ Richter Wilfried Dudek: „Wir werden von vorne anfangen – mit allen Zeugen.“

Das kann für Ulrike V. böse ausgehen. Denn die Staatsanwaltschaft fand bei ihr einen Brief ihres Geliebten. „Ich habe unsere Liebe missbraucht für Drogen“, schrieb er. Dem gehen die Ermittler nach. Ulrike V. ist das egal: Sie hat sich mit ihrem Andy verlobt. Dieser ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Eberhard Unfried

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion