Prozess vor dem Amtsgericht

Prostituierte: Streit im Bordell eskaliert

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Liebesdame Romina W. wurde von Freier Ali G. angegriffen.

München - Während seines Bordell-Besuchs randalierte Freier Ali G. (46) und schlug wild um sich. Liebesdame Romina W. (33) erzählt, wie er plötzlich auf sie losging.

Seit zehn Jahren arbeitet Romina W. (33) als Prostituierte in München, bediente Tausende Kunden. Aber so einer wie Ali G. (46, alle Namen geändert) ist ihr noch nie untergekommen! Denn während seines Bordell-Besuchs randalierte der Freier und schlug wild um sich. Am Mittwoch musste er vors Amtsgericht. Tatvorwurf: Körperverletzung und Bedrohung!

Nach einem Gelage bei einem Spezl sucht Ali G. am 2. Mai 2012 eigentlich nur ein günstiges Hotel. Betrunken steigt er ins Taxi – dort überredet ihn der Fahrer aber zum Puff-Besuch und fährt Richtung Messe. 60 Euro zahlt Ali G. für den Eintritt und trinkt zwei Whiskey.

 Für 480 Euro bucht er eine Liebesdame und die gesamte Poolsuite. Zudem lässt er für 290 Euro eine Flasche Champagner kommen. „Er war mit einer Kollegin von mir zugange. Dort fragte er nach Kokain, aber bei uns gibt es keine Drogen. Später wollte der Herr das Zimmer nicht mehr verlassen“, sagt Romina W. Erst als Clubbesitzer Rolf P. (50) kommt, gibt Ali G. kleinbei. Aber plötzlich rastet er aus!

Ali G. (46) drehte durch, als er im Mai 2012 ein Bordell im Münchner Osten besuchte. Das Amtsgericht verurteilte den Freier gestern wegen fahrlässigem Vollrausch.

„Er schrie und schlug ein Glas auf die Bar. Als ich ihn beruhigen wollte, ging er auf mich los. Er packte mich an den Haaren und schleifte mich durch den Raum“, sagt Romina W. Danach stürmt der Freier ins Büro. „Er nahm mein Kartenterminal und warf es auf den Boden.“ Wieder muss der Chef eingreifen – auch er wird attackiert. „Er schlug mich vier Mal mit der Faust. Im Gesicht hatte ich eine Platzwunde und fiese Kratzer“, sagt Rolf P. Minutenlang kämpft er mit Ali G., bis er ihn am Boden fixiert. Die Polizei verhaftet den Freier nachts vor dem Bordell. „Ich möchte mich entschuldigen“, sagt Ali G. gestern im Prozess. „Der Vorfall lief nicht unter meiner bewussten Kontrolle ab.“ Das sah Richter Matthias Braumandl genauso, verurteilte Ali G. aber trotzdem – und zwar wegen fahrlässigem Vollrausch (Paragraf 323a des Strafgesetzbuch). Denn G. war bereits seit 2007 in psychiatrischer Behandlung, ein Rechtsmediziner bescheinigt ihm zur Tatzeit eine tiefgehende Bewusstseinsstörung. Gerade deshalb hätte er bei seinem Spezl nicht trinken und kiffen dürfen! Als Strafe muss Ali G. 2100 Euro zahlen. Zusätzlich macht er eine Therapie. „Bisher war kein Gast so aggressiv wie er“, sagt Romina W. „Ich hoffe, das passiert mir nie wieder.“

Andreas Thieme

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