So lief die Jagd auf Radl-Rambos

München - Mit so genannten Schwerpunktkontrollen haben die Ordnungshüter am Dienstag wieder Rüpel-­Radler zur Raison gebracht. Es dauert nicht lange, bis ihnen der erste ins Netz geht.

Sie rasen über rote Ampeln, kümmern sich nicht um die Vorfahrt, sind als Geisterradler oder betrunken unterwegs. Mit dem Frühling beginnt auch wieder die Saison der Radl-Rambos. Die Münchner Polizei will dem nicht länger tatenlos zusehen.

Mit so genannten Schwerpunktkontrollen haben die Ordnungshüter am Dienstag wieder Rüpel-­Radler zur Raison gebracht. Es dauert nicht lange, bis den Beamten der erste Rotlichtsünder ins Netz geht.

Ganze acht Sekunden, nachdem die Ampel an der Georgenstraße auf Rot geschaltet hat, ist der junge Mann mit seinem gelben Radl über die Kreuzung gesaust. „Es war ja nur eine kleine Ampel“, sagt er ein wenig verlegen. Doch ob klein oder groß: Die Quittung bekommt der Student prompt; er wird bald um 100 Euro ärmer und um einen Punkt in Flensburg reicher sein.

Gnade kennen die Münchner Polizisten nicht. Die Zahlen geben ihnen Recht. Schon 270 Zweiradler haben sich heuer in der Landeshauptstadt bei 305 Unfällen verletzt. Das sind bereits knapp 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ordnungshüter halten die Kontrollen für gerechtfertigt. „Es geht nicht darum, die Radfahrer abzukassieren“, sagt Leitender Polizeidirektor Johann Gschoßmann. Vielmehr sollten die Radfahrer auf „wirklich lebensgefährliche Fehler“ hingewiesen werden.

Einer der oft folgenschwersten lauert in der Kneipe oder der Disko: Denn viel zu viele Radler setzen sich oft reichlich blau(äugig) in den Sattel. „Viele glauben, sie könnten auch betrunken nach Hause fahren“, sagt Erika von Heimburg, Fachanwältin für Verkehrsrecht. Falsch gedacht, denn ab 1,6 Promille ist der Auto-Führerschein weg. Dann geht’s zum Depperltest. Und wer den nicht schafft, dem können die Behörden sogar verbieten, weiter Radl zu fahren. Welche offensichtlichen Verstöße und auch unbewussten Irrtümer Radler in München begehen, lesen Sie unten.

Generell rät Expertin Heimburg, sich eine Verkehrsrechtschutzversicherung zuzulegen. Denn egal, ob man Opfer von Radl-Rambos wird oder sich selbst nicht an die Regeln gehalten hat: Teuer wird es auf jeden Fall, wenn es einmal gekracht hat. Und eine Versicherung ist bereits für rund 80 Euro im Jahr zu haben.

Tobias Gehre

Rubriklistenbild: © Kurzendörfer

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