Häuser brennen, weil Raketen einschlagen

Das Silvester-Inferno in München 

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München - Während der Münchner Himmel am Silvesterabend in den schönsten Farben funkelte, wurde es am Boden gefährlich. Mehrmals rauschten außer Kontrolle geratene Raketen in Wohnhäuser.

Genau so beginnt das neue Jahr für Frank P. aus der Pettenkoferstraße. Kurz nach Mitternacht durchschlägt eine Silvesterrakete sein Fenster im zweiten Stock – und explodiert mitten im Wohnzimmer. Dicke Rauchschwaden wehen hinaus in die eiskalte Nacht, innen aber beginnt ein gefährlicher Schwelbrand zu lodern – und versengt Teppich, Möbel und die Bücherregale.

Frank P. ist an diesem Abend nicht zu Hause – fraglich, ob er damit eher Glück oder Unglück hatte. Verletzt wird er nicht, aber seine Wohnung retten kann er eben auch nicht. Aufmerksame Nachbarn sehen aber, wie seine Fenster bersten und die Flammen nach dem Feuerwerk aus dem Zimmer heraus bis hoch an die Hauswand schlagen.

„Da drüben schlug die Rakete ein“: Daniel Schumacher (21) und Olga Busch (20) auf ihrem Balkon an der Uhlandstraße.

„Wir haben gleich die Feuerwehr alarmiert“, sagt Daniel Schumacher (21). Er feiert mit Studentenfreunden in der Uhlandstraße – vom Balkon aus sieht er das Silvester-Inferno gegenüber. „Wir hatten nach dem Feuerwerk angestoßen und wollten gerade eine Zigarette rauchen. Da sahen wir den Brand. Wir wussten: Jetzt muss schnell etwas passieren, sonst steht vielleicht bald das ganze Haus in Flammen.“

Gegen 0.21 Uhr rückt die Feuerwehr mit zwölf Einsatzkräften an. Durch die enge Durchfahrt kommen die Einsatzkräfte aber mit dem Löschwagen nicht durch. „Über eine Schiebleiter und das Treppenhaus wurde dann jeweils ein C-Rohr zur Brandbekämpfung vorgenommen“, sagt Sprecher Stephan Kießkalt. „Das Zimmer ist komplett ausgebrannt.“ Den Schaden schätzt die Feuerwehr vorläufig auf rund 50.000 Euro.

Noch am Mittag nach dem Brand rauchte es aus dem Dach.

Am Tag nach dem Brand ist es still im Viertel. Zerfetzte Böller und Raketenreste liegen im blütenweißen Schnee. Von der Straße sieht man das ausgebrannte Zimmer. Im Treppenhaus riecht’s beißend nach Ruß. Die Polizei hat Frank P.s Wohnung mit einem dicken Schloss versiegelt. Dahinter erwartet ihn ein furchtbarer Start ins neue Jahr. Wer schuld ist, bleibt unklar.

Luxuswohnung in Brand

Der Schaden geht wahrscheinlich in die Millionen: Nur 20 Minuten nach Mitternacht schlugen in der eleganten Wilhelmstraße meterhohe Flammen aus dem Dach eines der schönsten Häuser Schwabings. Die gerade erst luxuriös sanierte 250-Quadratmeter-Wohnung im Dachgeschoss und die Wohnungen im dritten Stock waren noch gar nicht bezogen. Über 100 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen das Feuer, das sich 25 Meter tief unter den gesamten Dachstuhl gefressen hatte. Noch am nächsten Mittag loderten immer wieder neue Glutnester auf. Als Ursache wird eine fehlgeleitete Silvester-Rakete vermutet, die die Dachtraufe entzündete.  

A. Thieme/D. Plange

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