U-Boot-Geschäft

Ließ der Konsul sich mit 1,6 Mio. schmieren?

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Fädelte den U-Boot-Deal zwischen Portugal und dem Ferrostaal-Konsotrium ein: Ex-Konsul Dr. Jürgen A.

München - Der frühere Honorarkonsul von Portugal in München, Dr. Jürgen A., soll von dem Industriedienstleister Ferrostaal bei einem U-Boot-Geschäft 1,6 Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben.

Der 77-jährige Unternehmensberater und Immobilienmakler räumte am Dienstag vor dem Münchner Landgericht seine Mitwirkung an Gesprächen über den 880-Millionen-Euro-Deal ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechlichkeit als Amtsträger eines EU-Staats vor.

Ferrostaal gehörte einem Konsortium an, das 2003 Portugals Ausschreibung für den Kauf von zwei U-Booten gewann. Zuvor soll ein Vorstandsmitglied den Honorarkonsul um Vermittlung des Kontakts zu portugiesischen Regierungsvertretern gebeten haben. Laut Anklage hatte der Honorarkonsul in einem Beratervertrag seine Hilfe bei der Auftragsvergabe zugesagt und mehrere Gespräche arrangiert. Dafür sei ein Erfolgshonorar von 0,3 Prozent der Auftragssumme vereinbart worden. Letztlich habe er fast 1,65 Millionen Euro bekommen.

Wegen der Zahlung wurden der – inzwischen verstorbene – Ferrostaal-Vorstand und der für Marineschiffbau zuständige Prokurist bereits früher zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Angeklagte sieht sich nicht als Amtsträger. Als Honorarkonsul habe er nur 2000 Euro jährlich als Kostenersatz bekommen. Die Staatsanwaltschaft ist anderer Meinung. Dr. A.’s Anwalt Andreas von Mariassy prophezeit gegenüber der tz: „Das wird ein langer Prozess.“

tz

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