„Freiheit für Paul“

Knüppelfahne: Linke demonstrieren für inhaftierten Pegida-Gegner

München - Ein Anti-Pegida-Demonstrant sitzt seit drei Wochen in U-Haft – am Samstag ziehen linke Gruppen für ihn durch die Stadt.

Seit drei Wochen sitzt ein 24-jähriger Münchner in Untersuchungshaft, nachdem er am Rande einer Pegida-Gegendemonstration festgenommen worden war. Laut Polizei ist der junge Mann wiederholt als gewaltbereit aufgefallen. Linke Gruppen sprechen indes von „staatlicher Repression“ und wollen an diesem Samstag in der Münchner Innenstadt demonstrieren. Sie fordern: „Freiheit für Paul“.

Sichergestellt: Diese sogenannte Knüppelfahne wurde dem 24-jährigen Münchner abgenommen.

Konkret wird besagtem Paul zur Last gelegt, dass er am 20. Juli bewaffnet zur Gegendemonstration der Pegida-Kundgebung gekommen war: Er trug eine sogenannte Knüppelfahne in der Hand, ohne sie als Kundgebungsmittel zu verwenden. Dabei handelte es sich um einen 40 Zentimeter langen und zwei Zentimeter starken Holzstock, an dem ein kleines Stoffstück angebracht ist. Bei seiner Durchsuchung wurde bei dem Mann zudem ein Klappmesser gefunden. Wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz – nämlich Aktivbewaffnung – wurde er festgenommen. Der Ermittlungsrichter erließ einen Untersuchungshaftbefehl, insbesondere, weil der gebürtige Münchner keinen festen Wohnsitz hat. Außerdem ist der Mann kein unbeschriebenes Blatt. Laut Polizei ist der 24-Jährige mehrfach wegen Landfriedensbruch und Körperverletzungen am Rande von Versammlungen aufgefallen. Zudem wurde er im Mai nachts bei einem Diebstahl an einem Rewe-Markt in Sendling ertappt. Auch da war er mit einem Pfefferspray bewaffnet.

Aufgrund dieser Tatvorwürfe und der bestehenden Fluchtgefahr mangels festem Wohnsitz wurde bei einem Haftprüfungstermin am Mittwoch dieser Woche die Fortsetzung der Untersuchungshaft gerichtlich bestätigt.

Linke Gruppen rufen nun zur Solidarität mit Paul auf. Bereits in den vergangenen Wochen gab es wiederholt Kundgebungen. Für diesen Samstag wurde sogar ein Demonstrationszug durch die Innenstadt angemeldet. Ab 13 Uhr wollen sich die Teilnehmer an der Goethe-/Ecke Bayerstraße treffen. Nach einer Kundgebung wollen sie über die Sonnenstraße zum Sendlinger Tor und von dort zum Marienplatz ziehen. Gegen 16 Uhr soll dort nach einer Abschlusskundgebung das Ende der Veranstaltung sein.

Sven Rieber

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