1. tz
  2. München
  3. Stadt

Linke: Stadt soll Großmarkthalle selbst planen und bauen

Erstellt:

Von: Marc Kniepkamp

Kommentare

So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt.
So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt. Diese Pläne sind nun erstmal vom Tisch. © Henn

Die Sanierung des Großmarktareals ist mit vielen Fragezeichen versehen. Nachdem die Stadtwerke ihr Interesse an dem Gelände in Sendling bekundet haben, fordert die Stadtratsfraktion Die Linke/Die Partei jetzt, dass die Planung und der Bau in den Händen der Stadt bleiben sollen und nicht an einen privaten Investor übergeben werden.

Dafür gebe es gleich mehrere Gründe. Die für eine externe Vergabe würde eine europaweite Ausschreibung erforderlich machen, die das Projekt weiter verzögern würde, möglicherweise gar um mehrere Jahre. Ein weiterer Grund: „Als Stadt dürfen wir nicht die Entwicklung und Bebauung einer der letzten großen städtischen Flächen in München an einen Investor aus Grünwald verscherbeln“, findet Linken-Fraktionschef Stefan Jagel. Er schlägt ein Modell wie beim Bau des Volkstheaters mit der Beauftragung eines Generalunternehmers vor.

Wie berichtet, hatte die Grünwalder Unternehmensgruppe Büschl, die derzeit auch den Umbau der Paketposthalle vorantreibt, das Projekt umsetzen wollen. Der Investor hatte dazu Ende vergangenen Jahres den bisherigen Verhandlungspartner der Stadt, das Umschlagzentrum Großmarkt München (UGM), übernommen. Pikant: Weil das UGM seine Hallen auf dem südlichen Großmarktareal bis 2037 gemietet hat, kann die Stadt hier nur bedingt schalten und walten.

„Mir leuchtet das Zaudern und Hadern der Stadtratskoalition nicht ein – nach dem tollen Erfolg, den die Planung und der Bau des Volkstheaters im Namen der Stadt dargestellt haben“, sagt Jagel. „München kann Großprojekte für die Stadtgesellschaft selbst stemmen und braucht keine privaten Inverstoren. Als Stadt dürfen wir nicht die Entwicklung und Bebauung einer der letzten größten städtischen Flächen in München an einen Investor aus Grünwald verscherbeln. Aus unserer Sicht muss die Stadt nun in zwei Schritten vorgehen: Vorrangig eine neue Großmarkthalle in Auftrag geben und im Anschluss das gesamte Quartier in den Blick nehmen und ausschließlich bezahlbares Wohnen schaffen“.

Auch interessant

Kommentare