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Lkw nimmt ihm die Vorfahrt: Andy (24) hatte keine Chance

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Oberschleißheim - Am Sonntag beim 2:0-Sieg gegen den SV Petershausen war Andy K. (24) der beste Mann auf dem Platz. Der Abwehrspieler vom SV Riedmoos ließ keine Chance zu.

Genau 24 Stunden nach dem Abpfiff des Spiels hatte der junge Mann selbst keine Chance. Er krachte mit seinem Peugeot bei Oberschleißheim in einen Lastwagen. Dessen Fahrer (60) war einfach nach links auf die Autobahnauffahrt Neuherberg gefahren. Ein weiterer Autofahrer (45) aus München raste ebenfalls gegen den Laster, er wurde schwer verletzt.

Der tonnenschwere Laster löschte am Montagnachmittag in Bruchteilen von Sekunden ein junges Leben aus. Ohne auf den Gegenverkehr zu schauen, war der Fahrer abgebogen. Wie so oft fuhr Andy K. in diesem Augenblick auf der Staatsstraße 2053. Er hatte den Tag über als Bankkaufmann bei der Sparda-Bank am Münchner Hauptbahnhof gearbeitet und wollte nach Hause, nach Unterschleißheim. An der Kreuzung zur A99 war sein Weg zu Ende. Der junge Fußballer starb in seinem zerstörten Peugeot.

Die Strecke war stundenlang gesperrt. Fünf Kicker-Kumpels sind in dieser Zeit an der Unfallstelle vorbeigefahren. Sie ahnten in diesem Moment nicht, dass in dem zertrümmerten Auto ihr Freund Andy gestorben war. Erst nach und nach hörten die Kollegen vom dem Unglück. Am Abend trafen sich viele Spieler der 1. und 2. Mannschaft des SV Riedmoos dann im Vereinsheim, um ihrem Sportskameraden in einer Schweigeminute zu gedenken. „Danach sind wir noch lange zusammengesessen und haben über unseren Freund Andyi gesprochen“, sagt ein Fußballer-Kollege.

Andys Platz in der Umkleidekabine wird fortan leer bleiben. „Wir begreifen das noch gar nicht. Sein Tod ist ein ganz großer Verlust für uns. Menschlich, wie sportlich“, sagt ein Sportsfreund.

Besonders schwer trifft Andys Unfalltod seine Mutter. Sie hatte nur noch ihren einzigen Sohn. Ihr Mann starb, als Andy neun Jahre alt war. Vielleicht ist es ein kleiner Trost für sie, zu wissen, wie beliebt ihr Bub war. Denn zahlreiche Freunde des 24-Jährigen fassten schon auf der Internetseite der tz ihren Schmerz in Worte: Das ist einfach so schrecklich!!! Ein so wunderbarer Mensch und vor allem guter Freund wird einem genommen ... Wir werden ihn alle vermissen und er hinterlässt eine riesen Lücke in unserem Herzen, schreibt eine junge Frau. Nicht nur schrecklich ... einfach unfassbar... er war so jung mit so vielen Plänen für die Zukunft, antwortet eine Freundin. Ein Spezl erinnert sich: Wir kannten uns seit der Kindergartenzeit, hatten viel Spaß in der Kindheit. Andi, mach’s gut. Und ein enger Freund nimmt auf eine ganz persönliche Art Abschied von Andy: Nie wieder werden wir zusammen den FC Bayern anschauen und uns über diesen miesen Kick, den sie mal wieder abliefern, ärgern können. Auch wenn du nicht mehr neben mir auf der Couch sitzt, wirst du in Gedanken immer neben mir sitzen. Mach’s gut.

Jacob Mell

Quelle: tz

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