Neue Erkenntnisse sollen Transplantation ermöglichen

LMU-Forscher: Schweine als Organspender

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Organspender Schwein: LMU-Wissenschaftler sind dieser Vision jetzt näher gekommen.

Das Warten ist das Schlimmste. 12 000 Menschen hoffen Tag für Tag, dass sie ein passendes Spenderorgan bekommen.

Trotzdem starben vergangenes Jahr rund 1000 Menschen, weil laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation immer weniger Menschen Organe spenden. Ein internationales Team um die Münchner Forscher Prof. Elisabeth Weiss und Prof. Eckhard Wolf macht nun Hoffnung: Dank ihrer Erkenntnisse könnte es schon bald möglich sein, ganze Organe von Schweinen zu transplantieren.

Schon länger werden Patienten Schweine-Herzklappen eingesetzt – ganze Organe aber stößt der menschliche Körper sofort ab. Dabei ist das Schwein theoretisch gut geeignet: Es ist wie der Mensch ein Allesfresser, seine Organe haben eine ähnliche Größe, und es ist leicht zu züchten. Das Problem, so Humangenetikerin Weiss von der Ludwig-Maximilians-Universität: „Der Mensch hat gleich mehrere Mechanismen, mit denen er Bakterien und Viren abwehrt und in diesem Fall die Organe abstößt.“

Um die alle zu überlisten, müssen die Schweine genetisch manipuliert werden. Das gelang vor ein paar Jahren, aber nur zum Teil. Jetzt – dank der Münchner – scheint die zweite Hürde genommen: „Wir haben den Schweinen ein Molekül eingeführt, dass die Killerzellen, die fremdes Gewebe innerhalb von Stunden oder Tagen zerstören, unterdrücken kann.“ Nun muss Weiss’ Kollege, Tiermediziner Wolf, die Organe der gentechnisch veränderten Schweine weiter testen.

Sollte alles gut laufen, müssten nur noch die Zellen ausgeschaltet werden, die sich nach der Operation bilden und Schweine könnten schon in ein paar Jahren Menschenleben retten. Forscher arbeiten weltweit auf Hochtouren, damit das Warten ein Ende hat.

nba

Quelle: tz

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