Sechs Jahre Bauzeit für 112,5 Mio. Euro

Medizin-Meilenstein in München: Söder nutzt Klinik-Einweihung für eine süffisante Ansage

Symbolische Eröffnung des LMU Klinikums Innenstadt: (v. li) LMU-Klinikumschef Markus Lerch, Ministerpräsident Markus Söder und Uni-Präsident Bernd Huber
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Symbolische Eröffnung des LMU Klinikums Innenstadt: (v. li) LMU-Klinikumschef Markus Lerch, Ministerpräsident Markus Söder und Uni-Präsident Bernd Huber.

Nach sechs Jahren Bauzeit ist das neue LMU-Klinikum in der Innenstadt eingeweiht worden. Ministerpräsident Markus Söder nutzte den Festakt für eine süffisante Kampfansage in Richtung Berlin.

München - Das neue Krankenhaus steht an einem historischen Ort – im Herzen der Stadt, nur einen Steinwurf vom Sendlinger Tor entfernt. Hier erbauten die Barmherzigen Brüder 1752 das erste Hospital. Heute beherbergt das Areal des LMU Klinikums rund um Nußbaum-, Pettenkofer- und Mathildenstraße den ältesten und größten Medizincampus Deutschlands. „Selbst Napoleon war schon da“, berichtete LMU-Klinikchef Markus Lerch stolz. Sein prominentester Gast war ganz begeistert von diesem „historischen Update“: „Man muss nicht in Berlin sein, um die Nummer eins in Deutschland zu sein“, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag beim Festakt zur Einweihung des neuen LMU Klinikums Innenstadt.

Neues LMU-Klinikum in München eröffnet - Es geht auch um überregionales Marketing

Seine augenzwinkernde Analyse hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Medizin tobt seit vielen Jahren ein mehr oder minder gesunder Wettbewerb zwischen Berlin und München*. Genauer gesagt zwischen der Charité, Deutschlands größtem Uniklinikum (insgesamt 15.500 Mitarbeiter und 3000 Betten), und dem LMU Klinikum als zweitgrößtem Krankenhaus (11.000 Mitarbeiter, 2200 Betten). Wenn es um die Führungsrolle der Spitzenmedizin in Deutschland geht, sehen sich viele Münchner Ärzte auf Augenhöhe mit ihren Berliner Kollegen – mindestens.

Historischer Standort, moderne Klinik: Das fünfstöckige Gebäude des neuen LMU Klinikums beherbergt 200 Betten.

Dieses Renommee gilt als nicht unerheblich, übrigens auch beim Ringen um Forschungsgelder. Deshalb hat Klinikchef Lerch das überregionale Marketing ganz oben auf der Agenda. Der Internist und Gastroenterologe, spezialisiert auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, hat unter Wissenschaftlern einen guten Namen. Er gilt zudem als smarter Netzwerker. Ihm dürfte der Einweihungs-Festakt am Dienstag – medial aufgewertet durch den Söder-Besuch – gerade recht gekommen sein.

Münchens neuer Meilenstein der Medizin - Eckdaten des LMU Klinikums

Zumal man das neue Innenstadt-Klinikum durchaus als Meilenstein der Medizin in München bewerten kann. Vollgestopft bis unters Dach mit modernster Medizintechnik bzw. Behandlungsmöglichkeiten. Die Eckdaten:

  • 200 Betten, verteilt auf sieben Stationen, für die Patienten verschiedener Fachabteilungen allein in dem neuen Krankenhaus. Damit sind am LMU-Standort Innenstadt insgesamt über 500 Betten verfügbar.
  • Optimale Behandlungsmöglichkeiten für bis zu 30.000 Notfallpatienten pro Jahr. Die Idee dahinter: Das Krankenhaus soll als sogenannte Portalklinik dienen. „Sie ist darauf ausgelegt, Patienten ambulant oder kurzstationär zu versorgen und – falls eine komplexere Erkrankung vorliegt – sie nach Großhadern zu verlegen“, erklärte Wissenschaftsminister Bernd Sibler.
  • Insgesamt können die Ärzte jährlich 70.000 Patienten ambulant und 15 000 stationär behandeln.
  • Zudem sollen im neuen Innenstadt-Klinikum jährlich etwa 2500 Münchner Kindl auf die Welt kommen. Die Geburtshilfe samt der Neonatologie ist bereits gestern aus der mehr als 100 Jahre alten Klinik an der Maistraße in den Neubau gezogen.
  • Insgesamt sollen Spezialisten aus zwölf Fachbereichen in dem neuen Krankenhaus arbeiten. Die Inbetriebnahme erfolgt in zwei Stufen. Nach der Geburtshilfe ziehen am kommenden Dienstag die Bereiche Innere Medizin und Chirurgie in den Neubau ein.
  • Die Kosten für das fünfgeschossige Gebäude mit 12.400 Quadratmetern Nutzfläche belaufen sich auf 112,5 Millionen Euro

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