943 Tage mit künstlichem Herz gelebt

Spektakuläre Herz-OPs in Großhadern - Daniel (3) und Luca (17) bekommen zeitgleich ein neues Leben geschenkt

Mutter Diana Dietrich (38) mit ihrem kleinen Daniel (3) nach der Herztransplantation.
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Mutter Diana Dietrich (38) mit ihrem kleinen Daniel (3) nach der Herztransplantation.

Diese Operationen waren alles andere als alltäglich: Spezialisten der Kinderkardiologie des Uni-Klinikums Großhadern haben gleichzeitig zwei Herztransplantationen durchgeführt. Die beiden Buben hatten zuvor lange auf ein Spenderherz warten müssen.

München - Es waren 943 Tage des Hoffens und Bangens – so lange musste der todkranke Daniel (3) auf ein Spenderherz warten. Er lag auf der Kinderkardiologie – ebenso der 17-jährige Luca. In der Nacht vom 23. Juni geschah das lang herbeigesehnte Wunder – und das gleich doppelt. In den Buben schlugen in dieser Nacht zum ersten Mal zwei Spenderherzen, gleichzeitig transplantiert von zwei achtköpfigen Spezialisten-Teams in der Kinderkardiologie des Uni-Klinikums Großhadern der LMU im Südwesten Münchens*.

Herz-OP am LMU-Klinikum: Ärzte sprechen sich für Organspende aus

„Es ist eine der größten Ungerechtigkeiten, wenn Eltern ihre Kinder begraben müssen“, sagt Professor Markus M. Lerch, ärztlicher Direktor des Uniklinikums. Mit einem flammenden Appell für die Organspende ergänzt Klinikdirektor Professor Nikolaus Haas: „Ich habe schon oft erlebt, dass es für die Eltern dann einfacher ist, über den Verlust ihres Kindes hinwegzukommen, wenn sie sich für die Organspende entschieden haben und dank ihnen anderen Kinder ein neues Leben geschenkt wird.“

Prof. Markus M. Lerch, ärztlicher Direktor des LMU-Klinikums Großhadern.

Die Eltern der beiden geretteten Buben können ihre Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Die Chancen stehen gut, dass ihre Kinder nun dank der gespendeten Herzen ein normales Leben führen können. „Für uns Pflegekräfte in der Kinderkardiologie ist es großartig, wenn uns ehemalige Patienten als gesunde Menschen wieder besuchen“, sagt Stationsleitung Stephanie Gstöttl-Rylke.

Patient Daniel wurde 943 Tage von einem künstlichen Herz am Leben gehalten

Sie war dabei, als Daniel vom Baby zum Kleinkind heranwuchs. Das gespendete Herz seiner Brust wird nun mitwachsen. Ein Kunstherz hielt Daniel 943 Tage am Leben.

Stationsleitung Stephanie Gstöttl-Rylke mit Daniels Mutter Diana Dietrich.

Dieses war in der Zeit stark mit dem Körper verwachsen, doch als vor neun Tagen das neue Herz für Daniel ankam, musste plötzlich alles sehr schnell gehen, denn ein Spenderherz soll nicht mehr als vier Stunden ohne Durchblutung sein. Alles ging gut – Daniel darf wahrscheinlich in vier Wochen nach Hause. Luca muss sich noch länger erholen, aber auch er ist laut den Ärzten auf einem guten Weg. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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