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Mutmaßliche Attacken auf Exfreundin: Verhandlung fängt von vorne an – Boateng ist „zunächst erleichtert“

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Jérôme Boateng
Das Verfahren gegen Ex-Fußballnationalspieler Jérôme Boateng geht in die nächste Runde. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Jérôme Boateng muss sich wegen gewalttätiger Attacken auf seine Ex-Freundin verantworten. Demnächst muss der Ex-Bayern-Profi zum vierten Mal vor Gericht.

München – Dieser Fall wird langsam zur unendlichen Geschichte. Im Sommer 2018 soll Jérôme Boateng (35) seine frühere Lebensgefährtin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben – doch auch nach drei Gerichtsverhandlungen sind diese Vorwürfe nicht rechtskräftig bestätigt.

Boateng soll seine frühere Lebensgefährtin verprügelt haben: Geldstrafe in Millionenhöhe

Zwar hatte das München Landgericht den früheren Star des FC Bayern bereits wegen Körperverletzung verurteilt und eine Geldstrafe über 1,2 Millionen Euro verhängt. Doch in der Revisionsverhandlung kippte das Bayerische Oberste Landesgericht nun dieses Urteil und verwies den Strafprozess zurück ans Landgericht. Dort muss Boateng demnächst das insgesamt vierte Verfahren führen.

Nach Gerichtsentscheidung: Boateng „zunächst einmal erleichtert“

Trotzdem zeigt sich der ehemalige Bayern-Star gegenüber der Bild als „zunächst einmal erleichtert, dass mein Anwalt in der Verhandlung die Gelegenheit hatte, bestimmte Sachverhalte klarzustellen, die beim Gericht vorher nicht angekommen sind“. Er sei froh, dass seine Verurteilung im ersten Schritt korrigiert worden sei. Darauf, dass jetzt alles von vorne losgeht, geht er nicht ein.

Justiz scheitert seit fünf Jahren an Prügel-Fall

Denn der Justiz ist es nach mehr als fünf Jahren nicht gelungen, den Prügel-Fall aufzuklären – auch durch eigene Fehler. Denn im Herbst 2022 hatte der Boateng-Richter einen Befangenheitsantrag abgelehnt, zuvor aber selbst darüber entschieden. Zudem hat sein Urteil keine Gültigkeit, weil zwei mutmaßliche Attacken Boatengs gegen dessen Freundin nicht mit einbezogen hat: Der Ex-Nationalspieler soll eine kiloschwere Kühltasche und ein Windlicht nach ihr geworfen haben. Damit würde er sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig machen – und nicht nur der einfachen.

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So hatte 2021 schon das Münchner Amtsgericht entschieden und Boateng zur Zahlung von 1,8 Millionen Euro verurteilt. Doch danach klagte er sich durch die Instanzen. Sowohl das Urteil des Amtsgerichts als auch des Landgerichts griff er erfolgreich an – und behielt damit bis jetzt Recht. Denn rechtskräftig verurteilt ist Boateng bislang nicht. Auch seine vom Landgericht verhängte Vorstrafe ist jetzt wieder hinfällig.

Prügel-Fall Jérôme Boateng: Demnächst steht die vierte Gerichtsverhandlung in München an

In der neuen Verhandlung, der mittlerweile vierten, wird es nun auch eine neue Beweisaufnahme geben. Das bedeutet: Alle Beteiligten des Karibik-Urlaubes von 2018 müssen – eventuell sogar sechs Jahre nach dem Vorfall – erneut als Zeugen vor Gericht aussagen. Auch Boateng selbst. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten und seine Karriere als Fußballer inzwischen an den Nagel gehängt.

Zum Vergleich: Als im Februar 2019 in seinem Fall Anklage erhoben hatte, kannte die Welt Corona noch nicht - anderthalb Jahre später gewann Boateng noch die Champions League mit dem FC Bayern. Im September 2021 wurde er dann zum ersten Mal am Amtsgericht verurteilt, im November 2022 am Landgericht erneut – doch, weil beide Urteile Fehler enthielten, musste jeweils der Prozess wiederholt werden. Im vierten Anlauf soll – ebenfalls am Landgericht – nun ein beständiges Urteil her.

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