Christian Springers Löwenbräukeller-Rede

Fonsis süffige Schelte: Seine Top-Sprüche

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Hoch auf dem Krug: Christian Springer ist als Fonsi Redner beim beliebten Starkbieranstich im Löwenbräukeller

München - Flüssiges bricht das Fasten nicht, schon gar nicht, wenn der Fonsi spricht … Beim dritten Starkbieranstich im Löwenbräukeller gab’s ordentlich was auf die Mütze – nicht nur für die Granden.

 „Sehr verehrte Stammstrecken-Sammler, bedauernswerte Luise-Kiesselbach-Stau­schleicherer und Haidhauser Konzertsaal-Fetischisten.“ Das Triumphator (7,7 Prozent): malzig. Und die Sprüche herb. Christian „Fonsi“ Springer serviert zur süffigen Schelte – und verordnet gleich mal eine Diät. „Liebe Münchner, was wollen Sie denn noch in der Stadt? Ständig Beschwerden über Mieten, S-Bahn und hohe Preise. Bitte gehen Sie weg! München hat bessere Einwohner verdient.“

Einzige Voraussetzung: „Kohle ohne Ende und höchstens 1.70 Meter groß, damit sie in die Schrägen der luxussanierten Dachgeschosse passen.“ Der ideale Einwohner dieser Stadt: „Er ist ein Besitzer.“

Es geht Schlag auf Schlag beim Starkbieranstich, schon geht’s den Politikern an den Kragen. „Heh, da unten, das sind doch Sie, Herr Rinderspacher? Der Fraktionsvorsitzende der SPD, heisst das, Sie sind Politiker? Was machen Sie hier? Das ist der Starkbieranstich der Münchner Normal-Bürger. Lasst man Sie am Nockherberg nimmer nei?“

Und dann, oh weh, der Doppel-Dobrindt-Derblecker: „War der nicht mal mehr – und ist jetzt dünner? Hah! Heute ist er nicht mal mehr da.“ Er sei ja Komponist, vielleicht macht er ja wieder ein Lied: „Grün sein und dagegen sein, mit Pflaster-, Schotter und Ziegelstein. Und wenn er jetzt noch randaliert, dann schickt ihn der Seehofer eine Nacht lang zur Polizeiwache in die Au.“

Das tut weh. Der Löwenbräukeller brüllt. Und Fonsi? „Ich hab in meinem Leben nur drei Mass Starkbier getrunken.“ Gestern aber 33 Minuten parliert – und zwar vom Feinsten!

Andreas Thieme

Nockherberg: Die besten Bilder der letzten 30 Jahre

Von 1982 bis 1990 hielt Volksschauspieler und Paulaner-Werbeträger Walter Sedlmayr die Festrede beim Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg. © Schlaf
Volksschauspieler Max Grießer 1996 als Fastenprediger Bruder Barnabas. © Schlaf
Schauspieler Erich Hallhuber hielt 1997 die Fastenpredigt. © Haag
1999 gab Gerd Fischer den Bruder Barnabas. © Schlaf
Die damalige Generalsekretärin der CDU, Angela Merkel (l), ihr Double, die Schauspielerin Corinna Duhr (r), FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle (Mitte) und dessen Double, der Schauspieler Holger Paetz (hinten links) stoßen 2000 auf dem Nockherberg mit ihrer Maß Starkbier an. © dpa
Stoiber-Schauspieler Michael Lerchenberg 1994 beim Singspiel. © Schlaf
"Fitness-Studio Nockherberg" hieß das Singspiel 1994. © Schlaf
Eine Szene vom Singspiel 1997: Edmund Stoiber (links) belehrt Kanzler Helmut Kohl. © Haag
Christine Neubauer beim Singspiel 1998. © Haag
Impression vom Singspiel 1998: Von links der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD), Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Schröder-Darsteller. © Haag
Ein Schauspieler verkörpert den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beim Singspiel 2001. © Haag
Ein Bild vom Singspiel 2001. © Haag
Das Singspiel 2002 war ein politisch hochinteressantes: Damals war Schröder (linker Darsteller) Kanzler und Edmund Stoiber der Kanzlerkandidat der Union. © Haag
Nockherberg 2004: Die Darsteller (links) des damaligen FDP-Chefs Guido Westerwelle und des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber (CSU). © Haag
"Tatort Nockherberg" hieß das Singspiel 2005: Links Corinna Duhr als damalige CDU-Chefin Angela Merel und Michael Lerchenberg als Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU). © Haag
"Trauminsel Nockherberg" war der Titel der Starkbierprobe 2006. Links Kai Taschner als Ludwig Stiegler (SPD). rechts Stephan Zinner als CSU-Generalsekretär Markus Söder. © Haag
Das Singspiel 2008 hieß "Tankstelle Nockherberg". Von links Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), Eva-Maria Höfling als Grünen-Politikerin Claudia Roth und die echte Claudia Roth. © Schlaf
Singspiel 2008: Links Winfried Frey als CSU-Chef Erwin Huber und Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU). © Schlaf
Stephan Zinner 2008 als Markus Söder (CSU), Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten. © Schlaf
Stoiber-Darsteller Michael Lerchenberg 1999 beim Singspiel 1999 mit dem Titel "Richtfest auf dem Nockherberg". © Schlaf
Ein Bild vom Singspiel 1999. © Schlaf
1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser (links) mit Bayern-Manager Uli Hoeneß im Jahr 1999.  © Schlaf
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU, links) 1999 mit FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle. © Schlaf
Ein Bild vom Singspiel 1999. © Schlaf
Lachend und mit Zigarre zeigt sich das Double von Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Schauspieler Paul Neuhaus, im Jahr 2000 auf dem Nockherberg. © dpa
CSU-Chef Theo Waigel (links) und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU, rechts) beim Starkbieranstich 1996. © Schlaf
Ein fast himmlisches Vergnügen: Der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauss (CSU) geniesst beim Starkbieranstich 1981 lächelnd den ersten Schluck Salvator aus einem Bierkrug. © dpa
"Bruder Barnabas" prostet einem Strauß-Bild zu. © dpa
Das Singspiel 2006 trug den Namen "Trauminsel Nockherberg". Von links Holger Paetz als FDP-Chef Guido Westerwelle, Michael Lerchenberg als Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Corinna Duhr als Kanzlerin Angela Merkel (CDU). © Weissfuss
Corinna Duhr als Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Singspiel 2006. © Weissfuss
André Hartmann 2006 als Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD). © Weissfuss
Fastenprediger Bruno Jonas beim Starkbieranstich 2006. © Weissfuss
Ein Bild vom Singspiel 2006: Von links Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl, 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Arabella Pongratz, Wirtin der Paulaner-Festhalle. © Weissfuss
Bild vom Starkbieranstich 1997: Links Bayerns Minsterpräsident Edmund Stoiber (CSU). Rechts CSU-Chef Theo Waigel.  © Haag

Seine besten Sprüche

Schon wieder: Lebensmittelskandal! Wenn deine Tochter sagt, sie mag ein Pferd, dann weißt nicht: Will sie ein Pony reiten, oder hat sie Hunger?
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Pferdefleisch, Papst-Rücktritt, Meteoriten-Einschlag und Merkel bei 55 Prozent – viele sagen: Das ist die Endzeit. Nein. Für die Endzeit brauchen wir in Bayern keine apokalyptischen Reiter, wir ham Dobrindt und Haderthauer.
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Heute schaut man dauernd aufs iPhone. Und was hat mir das vorher verraten? Dass die deutschen Bischöfe die Pille danach zulassen. Da stellt sich die Frage, ob die Bischöfe die Pille für den weiblichen Unterleib oder für den männlichen Starkbierschädel meinen.
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Hören’s auf mit der ständigen Streiterei, bei wem am Aschermittwoch mehr Leute waren, bei CSU oder SPD. Ihr sollt Kindergärten eröffnen und nicht Kindergarten spielen!
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Die Papstrede könnte jetzt auch Vorbild für bayerische Politiker sein. Übersetzt sagte er: „Meine geistigen Kräfte reichen nicht mehr aus.“ Dann tritt er ab, der Söder.

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