Hellabrunn: Löwin Tombi tot, jetzt ist Inka allein

München - Jetzt ist Löwin Inka ganz allein! Am Dienstag mussten die Ärzte in Hellabrunn ihre Kameradin Tombi (19) einschläfern. Langfristig wird es in Hellabrunn aber wieder eine neue Löwenfamilie geben.

Am Ende wollte sie wohl einfach nicht mehr. Wendete den ratlosen Menschen den Rücken zu und signalisierte damit: „Es ist gut. Lasst mich jetzt gehen.“ Der Münchner Tierpark Hellabrunn trauert um die Löwin Tombi, die Dienstagfrüh im stolzen Alter von 19 Jahren eingeschläfert werden musste.

Alle Sorge gilt nun der letzten Hellabrunner Löwin Inka, die – genauso alt – fast ihr ganzes Leben mit Tombi verbracht hat und ihre Löwen-Freundin jetzt mit Sicherheit überall suchen wird.

Als Tombi ein Jahr alt war, kam sie aus dem Zoo Osnabrück nach Hellabrunn. Im selben Jahr gesellte sich auch Inka in die Münchner Löwen-Clique. Seitdem haben die beiden Weibchen nahezu jeden Tage zusammen verbracht. Sie verstanden sich auf Anhieb gut, und bis ins hohe Alter sah man sie oft als „friedlich kuschelndes Paar,“ wie Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss gestern traurig vermeldete.

Und so ist es vielleicht auch kein Zufall, dass die beiden Löwen-Seniorinnen im Dezember nahezu zeitgleich schwächelten. Zusammen mit den Pflegern kämpften die Tierärzte buchstäblich wie die Löwen um das Leben der alten Raubkatzen. Während sich der Zustand von Inka etwas verbesserte, baute Tombi weiter ab. Seit drei Wochen verweigerte sie jegliche Nahrung, verschmähte selbst die schönsten Fleischstücke. Ein sicheres Zeichen, dass es zu Ende ging. Am letzten Wochenende schließlich verlor Tombi ihren Lebenswillen und lag völlig apathisch in ihrem Gehege. „Uns ist die Entscheidung, Tombi einzuschläfern, nicht leicht gefallen. Ihr stattliches Alter entspricht umgerechnet in Menschenjahre dem einer 100-jährigen Dame. So haben wir uns nach dem letzten Wochenende entschieden, die Löwin zu erlösen,“ so Zoodirektor Andreas Knieriem, der selbst Tierarzt ist. Tombi bekam eine Überdosis eines Narkosemittels gespritzt und schlief ohne Angst und Schmerzen ganz friedlich ein.

Wie Inka auf den Verlust der Gefährtin reagieren wird, ist schwer zu sagen: „Sie wird sie sicherlich vermissen“, meint auch Christiane Reiss. Ihr ein Jungtier zur Seite zu stellen, halten die Zoologen für keine gute Idee: „Das wäre zuviel Stress für sie. Das werden wir ihr nicht mehr zumuten.“

Tombi wird nun in der Pathologie untersucht. Die Tierärzte gehen allerdings davon aus, dass schlicht die Altersschwäche und ein damit einhergehendes Multi-Organversagen ihr alle Kräfte raubte. Nun hat die alte Löwin Ruhe.

Hakuna Matata, Tombi.

Dorita Plange

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