Beispiel aus Obermenzing

Lokalpolitiker fordern bessere Verfolgung von Altkleider-Betrügern

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Der Kleider-Sammelcontainer rechts wurde illegal an der Grandlstraße in Obermenzing aufgestellt. Mittlerweile ist er entfernt und durch einen städtischen Altkleider-Container ersetzt worden.

Mit illegalen Sammelcontainern reißen sich dubiose Unternehmen aussortierte Textilien unter den Nagel – die Stadt agiert relativ hilflos dagegen.

München - Mindestens 200 Altkleider- und Schuhcontainer sind stadtweit in München illegal aufgestellt, schätzt Karl-Heinz Wittmann (FW) vom Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing (BA 21). Dort forderte man in der jüngsten Sitzung endlich eine Lösung für dieses Problem, das die Landeshauptstadt schon seit einigen Jahren beschäftigt.

Seit 2013 stellt die Stadt ihre eigenen Kleider- und Schuhcontainer auf. Gemeinnützige und gewerbliche Sammler mussten daraufhin innerhalb einer gewissen Frist die öffentlichen Plätze räumen und auf private Flächen ausweichen. Rund 600 orange-farbige Container hat der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) in der Stadt seitdem aufgestellt. Weitere 150 sollen heuer folgen.

Doch andere, dubiose Altkleider-Sammler stellen unerlaubt teils ebenfalls Container auf, bevorzugt an größeren Sammelstellen mit Dosen- und Glas-Containern. Entdeckten die Mitarbeiter des AWM einen solchen Container, darf der aber nicht einfach gleich weggeschleppt werden. Es muss zunächst eine sogenannte Anhörung durchgeführt werden, teilte der AWM dem Bezirksausschuss auf Anfrage mit. Praktisch sieht das so aus, dass die grauen oder manchmal auch grünen Kästen einen Aufkleber bekommen, auf dem gefordert werde, diesen innerhalb von 14 Tagen wegzuschaffen, erklärt AWM-Sprecherin Evi Thiermann. Stehe der Container nach der Frist immer noch an der Stelle, werde er durch eine vom AWM beauftragte Firma abtransportiert, vier Wochen in Verwahrung genommen und danach verschrottet. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich fast nie jemand meldet und den Container zurückfordert“, so die Sprecherin.

Willy Schneider (SPD).

Im Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing ist man von diesem Vorgehen nicht überzeugt: „Kurz vor Ende der Frist werden die Container abtransportiert und einfach an einer anderen Stelle wieder aufgestellt“, sagt BA-Mitglied Willy Schneider (SPD), der dieses Vorgehen schon wiederholt beobachtet hat. Am neuen Standort beginne dann dasselbe Spiel von vorne.

Unbedingt notwendig sei ein effektiveres Vorgehen gegen diese illegale Praxis, heißt es nun einem Antrag an die Stadtverwaltung, den der BA einstimmig verabschiedet hat. Vorgeschlagen wurde auch, dass sich die Verwaltung mit anderen bayerischen Städten austauschen solle, welche Handhabe noch möglich wäre. In Augsburg sei es beispielsweise so, dass die illegalen Container mit Folie umwickelt würden, sodass kein Einwurf mehr möglich ist, weiß AWM-Sprecherin Evi Thiermann als Beispiel zu nennen. Momentan seien die AWM-Mitarbeiter aber verpflichtet, sich an das beschriebene Szenario zu halten.

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