Tag Zwei beim Bahn-Streik

Lokführer-Streik: Hier gibt's alle aktuellen Infos

Streik am Donnerstag: Pendler-Foto von S-Bahn-Station vom Münchner Hauptbahnhof.

München - Der Streik der Lokführergewerkschaft geht auch am Donnerstag weiter. Bis 21 Uhr soll noch gestreikt werden. Auch die Münchner S-Bahn ist betroffen. Weiterhin fahren die Züge nur nach einem Ersatzfahrplan. 

+++ Ein Leser schickt uns am Donnerstagabend ein aktuelles Foto vom Hauptbahnhof: Auf dem Bahnsteig beweisen die Pendler Geduld. "Immerhin: Ein Teil der S-Bahnen fährt. Und die Pendler, so wie eben gerade am Hauptbahnhof, warten geduldig," schreibt unser Lesereporter.

+++ Die Deutsche Bahn will nach dem Ende des Lokführerstreiks so schnell wie möglich wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. "Wir werden alles dafür tun, dass wir am reisestarken Freitag wieder das volle Programm fahren", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß am Donnerstag in Berlin. Am Freitagmorgen kann es aber noch zu Verzögerungen und Zugausfällen kommen. Der Ersatzfahrplan am zweiten Streiktag im Personenverkehr lief laut Bahn stabil.

+++ Bahnreisende müssen sich auch nach Ende des Lokführerstreiks im Personenverkehr am Donnerstagabend auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Zu Betriebsbeginn am Freitagmorgen könne es zu weiteren Verzögerungen kommen, warnte die Bahn am Donnerstag.

+++ Keine Besserung in Sicht: Der frühere GDL-Vorsitzende Manfred Schell nannte die Auseinandersetzung eine „verdammt verkorkste Angelegenheit“. Die Aussagen beider Seiten seien momentan sehr „widersprüchlich und undurchschaubar“. Eine Übereinkunft könne er sich momentan nicht vorstellen, sagte Schell im Westdeutschen Rundfunk.

+++ Weil viele Pendler am Donnerstag wo immer es ging auf Busse und andere Bahnen ausgewichen sind, war das Gedränge in der Hauptverkehrszeit groß. Auch auf den Straßen staute es sich.

+++ Im Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL zeichnet sich auch am Donnerstagvormittag keine Lösung ab. Und auch in der Auch in der parallel geführten Tarifrunde mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) droht es, ernst zu werden. Die EVG verschärfte die Tonlage vor einer nächsten Verhandlungsrunde am Donnerstag.

+++ Etwas Unterhaltung beim Streik braucht es natürlich auch - dazu eignet sich der Hashtag #bahnstreikfilme, der bei Twitter seit Mittwoch die Runde macht.

+++ Der Streik ist der siebte Ausstand in zehn Monaten. Viele Fahrgäste sind darüber extrem verärgert, andere haben Verständnis. Hier haben wir die Diskussion unserer User zusammengefasst.

+++ Eine gute Nachricht für Fahrgäste der S4. Wie die Bahn mitteilt, werden auf der Linie zusätzliche Züge zur Verfügung gestellt. Die fahren ab Geltendorf ab 10.50 Uhr, 12.50 Uhr, 14.54 Uhr, 16.50 Uhr und 18.54 Uhr. Ab Grafing um 09.01 Uhr, 11.01 Uhr, 13.01 Uhr, ab Ebersberg 14.51 Uhr, ab Grafing 17.01 Uhr und 19.01 Uhr.  

+++ In Bayern entfällt laut Bahn jeder zweite Zug. Die S-Bahnen in München und Nürnberg fahren nur im Stundentakt. Die meisten Pendler haben sich wohl auf den Streik eingestellt, der Münchner Hauptbahnhof etwa blieb am Donnerstagmorgen eher leer.

+++ Auch am Donnerstag geht der Streik der Gewerkschaft GDL weiter -offiziell bis 21 Uhr. Laut dem Ersatzfahrplan der Bahn fährt etwa jeder dritte Fernzug, bei den Regionalzügen 10 bis 60 Prozent der Züge, je nach Region.

+++ Am Mittwoch waren viele S-Bahnen in München total überfüllt. Hier gibt's den Ticker vom Streiktag Eins zum Nachlesen.

Bahn-Streik: Darum legen die Lokführer die Arbeit nieder

Mit dem erneuten Streik bekräftigt die Lokführergewerkschaft GDL ihre Forderung nach eigenständigen Tarifverträgen nicht nur für die gut 18 000 Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen des Zugpersonals. Dazu zählt die GDL vor allem Zugbegleiter und die Lokrangierführer. Für sie hat bislang allein die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge ausgehandelt.

Im Bordservice waren laut Bahn-Statistik im vergangenen Dezember 11.600 Menschen beschäftigt. Die Zahl der Lokrangierführer lag nach früheren Angaben bei etwa 3100. Außerdem gab es etwa 2700 Instruktoren, Trainer und Zugdisponenten (Planer).

GDL-Chef Claus Weselsky warf der Bahn eine Hinhaltetaktik vor. Die Deutsche Bahn reagierte mit Unverständnis auf die siebte Streik-Aktion seit Beginn des Tarifkonflikt. Inzwischen streiten die Lokführergewerkschaft GDL und der bundeseigene Konzern seit einem Dreivierteljahr um eine Einigung.

my (mit dpa und AFP)

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