"Große Leere in mir" - So leidet Lolas Tierärztin

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Samstagnachmittag im Elefantengehege: Eine Kameraaufnahme zeigt, wie die Herde um ihr totes Baby trauert. Durch sanftes Streicheln mit dem Rüssel verabschiedet sie sich von ihrer Lola. Links: Tierärztin Christine Gohl

München - Christine Gohl ist erschöpft und zermürbt. Mit Lola starb das zweite Elefantenbaby innerhalb von anderthalb Jahren, das sie als Tierärztin mit groß zog. In der tz spricht sie über ihre Trauer.

Ihr Blick geht ins Leere, das Gesicht ist gezeichnet von tiefer Trauer. Christine Gohl ist erschöpft und zermürbt. Mit Lola starb das zweite Elefantenbaby innerhalb von anderthalb Jahren, das sie als Tierärztin mit groß zog – und nun zu Grabe tragen musste.

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„Ich bin unendlich traurig“, sagt die 39-Jährige.. Seit zehn Jahren arbeitet sie im Tierpark Hellabrunn, ist mittlerweile Leitende Tierärztin. Der Samstag, als Lola starb, war der schwärzeste in ihrer Laufbahn. „Da ist eine große Leere in mir. Der Moment, als klar wurde, dass wir Lola nicht reanimieren können – das war furchtbar. Ich war tief getroffen.“

Elefanten rüsseln ihre verstorbenen Herdenmitglieder. Doch wie nimmt eine Tierärztin Abschied? „Das passiert sehr individuell. Im Stillen. Ich war ja im Untersuchungsraum, als Lola starb. Wir haben ihr Gesicht mit einem Handtuch bedeckt. Ich habe sie ein letztes Mal gestreichelt.“ Sie sagt aber auch: „Als Ärztin muss ich professionell mit dem Tod eines Tieres umgehen können.“ Bei Lola fiel das sicher schwer. Mit dem Tod des süßen Babyfanten endet auch ein langer Kraftakt für Christine Gohl. „Wir haben wirklich alles versucht, um sie zu retten. Die letzten Wochen waren sehr schwierig. Nicht nur für mich, sondern auch für die Tierpfleger. Wir sind alle müde und traurig“, sagt sie der tz.

Wie geht es im Alltag weiter nach so einem Verlust? „Die Tiere brauchen mich, meine Arbeit kann jetzt nicht ruhen, Ich werde mich nun wieder um andere Patienten in Hella­brunn kümmern.“ Es sind die Worte einer starken Frau. Aus der Liebe zu ihren Tieren schöpft sie nun Kraft.

Die Trauer wird noch eine Weile anhalten. Aber: Christine Gohl möchte bald wieder nach vorne blicken. „Ich erinnere die positiven Momente. Von Lola bleibt viel Schönes in unseren Herzen.“ Was ganz ­besonders? „Sie war richtig süß und eine große Kämpferin. Durch Lola hat Panang auch gelernt, eine gute Mutter zu werden. Das hat mich begeistert, wie rührend sie sich um die Kleine gekümmert hat.“

Menschen werden beerdigt, doch was geschieht mit Elefanten nach ihrem Tod? „Lola wurde noch am Samstagnachmittag in der Tiermedizinischen Fakultät obduziert. Der Körper darf die Pathologie anschließend nicht mehr verlassen“, so die Tierärztin.

Tiere dürfen nicht wie Menschen beerdigt werden. Die körperlichen Überreste werden verbrannt.

Andreas Thieme

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