Es geht um viel Geld

Luca Toni: Kurioser Gerichtsprozess in München

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Luca Toni spielt inzwischen in Verona.

München - Luca Toni hat den FC Bayern und damit auch München vor mehr als fünf Jahren verlassen. Doch jetzt kommt es zu einem kuriosen Gerichtsprozess.

38 Tore in 60 Bundesliga-Spielen: Das ist die Bilanz von Luca Toni (37) beim FC Bayern. Von 2007 bis 2009 spielte der italienische Mittelstürmer beim Rekordmeister – und verdiente Millionen. Nun kommt heraus: Während seiner Zeit in München hat der gläubige Katholik nie die Kirchensteuer entrichtet. Angeblich mehr als eine Million Euro! Schuld daran sollen seine Steuerberater sein. Gegen sie reichte der Stürmer, der mittlerweile wieder in Italien kickt, eine Schadensersatz-Klage ein. Am Mittwoch verhandelt das Oberlandesgericht den kuriosen Fall!

Dem Prozess sieht Luca Toni mit einem reinen Gewissen entgegen: Er hat die streitige Kirchensteuer inzwischen bezahlt. Das Geld will er aber von seinen Beratern zurück. Denn sie sollen Schuld an dem folgenschweren Behördenärger sein! Das Problem: Toni ist zwar katholisch getauft – dass er in Deutschland als Einkommens-Millionär eine üppige Steuerabgabe an die Kirche leisten muss, habe er aber nicht gewusst. Dafür haben Star-Kicker schließlich ihre Berater …

Der Steuer-Streit beginnt, als der Italiener im Sommer 2007 zu den Bayern wechselt. Wie gewöhnlich meldet der Verein seinen Spieler bei der Landeshauptstadt an. Toni muss sich beim Einwohnermeldeamt registrieren. Weil er nur Italienisch spricht, hilft ihm eine Sekretärin des Clubs. Adresse und Steuerklasse müssen eingetragen werden, dazu auch die Konfession – denn sie entscheidet, ob man überhaupt Kirchensteuer entrichten muss. Das Feld bleibt aber leer. Luca Toni gibt keine Religionszugehörigkeit an.

Ganz anders seine Berater: Sie sollen im Februar 2008 die Kürzel r.k. (für römisch-katholisch) in einen Steuer-Fragebogen eingetragen haben. Kurz darauf erhält Luca Toni die Kirchensteuer-Bescheide. Und erschreckt über die Millionen-Forderung!

Die Berater legen Widerspruch ein: Denn angeblich sei Toni konfessionslos. Sie schieben die Schuld auf den FC Bayern, der bereits 2007 an der Erstellung der Behörden-Formulare mitgewirkt habe – und verantwortlich dafür sei, die Kirchensteuer für Toni abzuführen.

Das sah das Münchner Landgericht anders und gab Luca Tonis Klage im Mai 2014 statt. Juristisch steht es damit 1:0 für den Italiener. Aber die Steuerberater haben Berufung eingelegt. Am OLG geht der Fall nun in die Verlängerung.

Andreas Thieme 

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