Ach, du dicker Hund!

Ab heute gibt’s Adipositas-Sprechstunden für Zamperl

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40 Prozent aller Hunde sind übergewichtig, sagt Dr. Petra Kölle. Jetzt gibt’s Abhilfe.

Viele Lieblinge haben ein Problem - sie sind einfach zu dick! Das macht den Vierbeinern zu schaffen. Münchner Tierärzte schlagen Alarm und wollen nun mit einer speziellen Sprechstunde helfen.  

München - Weihnachtszeit ist Naschzeit. Man genießt, und der Zamperl schaut mit großen Augen zu. Und weil er gar so treu dreinblickt, wird er auch mit Leckerlis verwöhnt. Extra Pfunde: vorprogrammiert. Aber Zamperl können bekanntlich ganzjährig sehr treu schauen, wenn sie etwas zu naschen wollen …

Und das zeigt sich an den Zahlen: 40 Prozent der liebsten Begleiter des Menschen sind zu dick. Herrchen oder Frauchen, die ihren Hunden nur Gutes tun wollen, neigen dazu, sie zu überfüttern. Weil durch das Übergewicht des Vierbeiners Gesundheit und Lebensqualität abnehmen, schlagen Veterinärmediziner Alarm: Die Medizinische Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München bietet daher ab heute immer mittwochs (8 bis 10 Uhr) und donnerstags (16 bis 18 Uhr) eine Adipositas- und Gesundheitsmanagement-Spezialsprechstunde an – in Zusammenarbeit mit dem Hundefutterhersteller Royal Canin.

Die Tierklinik will vor allem eines erreichen: Vorbeugung. Die Experten verhindern oder behandeln die Fettleibigkeit der Tiere und verringern dadurch das Risiko von Gelenk- oder Kreislauferkrankungen.

Warum bekommen Hunde Adipositas? 

Die Oberärztin der Ernährungsberatung, Dr. Petra Kölle, erläutert: „Generell ist die zu hohe Energiezufuhr das Problem, das heißt: Es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht. Vor allem Kauartikel und Snacks sind oft wahre Kalorienbomben.“

Des Weiteren erklärt die Tiermedizinerin: „Labrador, Golden Retriever und Beagle sind überdurchschnittlich oft betroffen, Pudel dagegen sind beim Fressen eher heikel.“

Wie das Herrchen, so der Hund: „Meist haben sportliche Hundebesitzer, die zum Beispiel regelmäßig joggen gehen, auch schlanke Hunde“, erklärt Dr. Kölle.

Wie wird Adipositas bei Hunden behandelt?

Behandelt wird Adipositas bei Hunden mit einer Diät und einem Trainingsplan, der die Tiere wieder fit machen soll. Auf das Gewicht seines Hundes sollte jeder Halter aber selbst achten, appelliert Dr. Kölle: „Die meisten Tierärzte vermeiden häufig, den Patientenbesitzer auf das Übergewicht hinzuweisen, weil sie Angst haben, ihn zu vergraulen.“ Dabei ist die Erkenntnis, dass der Zamperl zu dick ist, oft der erste Schritt zur Heilung, so die Veterinärmedizinerin. Wenn sie in die Sprechstunde der Kleintierklinik kommen, ist das schon mal ein sehr guter Anfang …

Nino ist ein Allesfresser

Ich habe Nino erst seit vier Wochen. Er ist sehr aktiv. Man kann ihn eigentlich mit allem füttern. Nino kommt ursprünglich aus Spanien. Wir gehen viel spazieren. Mein anderer Hund neigt allerdings dazu, dick zu werden. Deshalb achte ich darauf, seine Futtermenge zu rationieren. Paula Widner (21), Studentin aus Erlangen.

Nino ist ein Allesfresser.

Ich spiele oft mit Struppi

Ich spiele gern und oft mit Struppi, also sind wir beide sehr aktiv. Die Besitzer achten schon darauf, dass ihr Hund gepflegt und gut ernährt wird. Struppi ist anderthalb Jahre alt und bekommt zweimal täglich etwas zu fressen. Drei- bis viermal am Tag wird mit ihm Gassi gegangen. Auch mit mir, wenn ich Zeit habe. Heute bin ich mit meiner Oma unterwegs. Cosmo Taut (7) aus München.


Viel Bewegung, gutes Fressen

Ich ernähre meine Hunde Lotti (l.) und Striezl so natürlich wie möglich, kaufe kein Billigfutter, weil die Hunde sonst ziemlich stinken. Weil ich Jäger bin, kriegen meine Zamperl auch manchmal Wild, das mögen sie richtig gern. Ich gehe viermal täglich mit ihnen spazieren und füttere sie zwei- bis dreimal täglich.
Tim von Stromberg (43), Grafikdesigner, München


Sina Köstler

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