Weil sie Scherze gemacht haben

47-Jähriger geht mit Messer auf Arbeiter los

München - Sie machten Scherze - und er packte das Messer aus: In einer Arbeiterunterkunft in der Ludwigsvorstadt sind fünf Männer aneinander geraten. Jetzt ermittelt die Polizei wegen versuchter Tötung.

Im Polizeibericht liest sich der Vorfall so: Am frühen Sonntagmorgen gegen 1.30 Uhr kam es in einer als Arbeiterunterkunft genutzten Pension in der Ludwigsvorstadt zu einer Auseinandersetzung unter rumänischen Arbeitern.

Nach jetzigem Ermittlungsstand waren in der Gemeinschaftsküche zunächst der spätere Tatverdächtiger (47) mit einer Gruppe von vier weiteren Männern in Streit geraten, darunter auch die beiden späteren Opfer. Die Gruppe machte offenbar Scherze auf Kosten des 47-Jährigen, worauf dieser zunächst nicht reagierte. Doch dann holte der Mann aus seinem Zimmer ein Fahrtenmesser mit einer Klingenlänge von ca. 15 Zentimetern und ging bei seiner Rückkehr in die Küche zielgerichtet auf einen 36-jährigen Landsmann zu und wollte auf diesen von oben in Richtung Hals einstechen.

Das konnte ein daneben stehender 32-Jähriger verhindern, indem er den Stich mit einer Hand abblockte. Dabei verletzte er sich und musste später ambulant in einem Münchner Krankenhaus behandelt werden. Im weiteren Verlauf konnte der Tatverdächtige von den beiden Opfern - alle drei standen laut Polizei unter Alkoholeinfluss - mit Unterstützung weiterer Männer überwältigt werden.

Die Mordkommission München hat die weiteren Ermittlungen übernommen, da die Staatsanwaltschaft München I wegen der Stichbewegung von einem versuchten Tötungsdelikt ausgeht. Der zuständige Ermittlungsrichter erließ am Montag Haftbefehl. Die Ermittlungen dauern an.

mm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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