Spektakulärer Plan zum Jubiläum

Eislaufbahn am Gärtnerplatz: Ärger unter Anwohnern

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So könnte der Gärtnerplatz im Winter aussehen: In der Mitte der Brunnen, drumherum können die Münchner eislaufen.

München - Winterzauber oder Schnapsidee? Am Gärtnerplatz sollen bald Eisläufer ihre Runden drehen. Doch einige Anwohner finden das gar nicht gut.?

Das Theater feiert im November 150. Geburtstag und möchte seinen Nachbarn ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk schnüren: eine Kunsteisbahn. Im Viertel aber brennt schon jetzt der Baum. Nun werden die Anwohner befragt – und nicht alle sind begeistert.

„Geht’s eigentlich noch frecher?“, sagt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Auf den Inhalt von Geschenken hat man keinen Einfluss, so ist es nun mal … Aber danke, danke, danke – das können, wollen und werden wir nicht annehmen!“

Was bringt einige Anwohner derart auf die Palme?

Der Plan des Gärtnerplatztheaters: Ab 4. November soll es eine Eislaufbahn rund um den Brunnen geben. „Kostenlos“, wie Alexander Miklosy (Rosa Liste), Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA), sagt. Er begrüßt den Plan, weiß aber, dass der Gärtnerplatz ein „sensibles Pflaster“ ist. In einem Brief an die Anwohner schreibt Josef E. Köpplinger, Intendant des Theaters: „Etwa zwei Wochen lang sollen die Münchnerinnen und Münchner zu Klängen von Opern, Musicals und Operetten von jeweils 17 bis 20 Uhr (evtl. 21 Uhr) eislaufen können.“ Mit dem Fest solle niemand zusätzlich belastet werden, sondern ein „etwas nostalgisches, gemütliches Musikerlebnis mit Schlittschuhtanz“ entstehen. Zudem werden die Anwohner aufgefordert, dem Theater ihre Meinung zu sagen. Das Theater und Miklosy betonen, dass ihnen die Befragung der Anwohner wichtig sei: „Mehr Basisdemokratie geht nicht.“

Noch ist beim KVR kein offizieller Antrag eingegangen. Aus dem Theater verlautete am Donnerstag, dass dies am kommenden Montag geschehen soll. Der Bezirksausschuss wird sich laut Miklosy im Juli mit dem Thema befassen.

Die tz hat sich am Gärtnerplatz umgehört:

Ist das sinnvoll?

"Die Nachbarn haben es vorhin erzählt und wir müssen sagen: eine coole Sache! Unsere drei Kinder finden’s super, die müssen jetzt nicht mehr bis zum Stachus, sondern können vor der Haustür eislaufen. Andererseits stellt sich die Frage, ob so ein Aufwand ökologisch sinnvoll ist."

Gregor (44) und Katrin R. (42), Selbstständiger und Dozentin

Eine Frechheit

"Das ist auf gar keinen Fall gut. Da ist der Winter schon mal ein bisserl ruhiger – und dann kommt so was! Und dann verpacken die das auch noch als „Geschenk“ – das ist eine Frechheit! Rentiert sich das für zwei Wochen überhaupt? Ich hoffe wirklich, dass hier nichts über die Köpfe der Menschen entschieden wird!"

Franziska Stahl (30), Assistentin

Ein schönes Geschenk!

Mia wird sich freuen! Mal ehrlich: Wer hierher zieht, weiß, worauf er sich einlässt. Der weiß, dass es hier auch mal lauter wird. Ist doch toll, wenn die Menschen laut und fröhlich sind, einfach weil sie Spaß haben.

Michael Struck (42), Hotelier

T. Scharnagl

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