Nach 18 Monaten Leerstand

Akute Einsturzgefahr: Jetzt rollt die Abrissbirne durchs Glockenbach

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Anwohner wunderten sich: Das Haus Ecke Arndtstraße und Am Glockenbach stand lange Zeit leer. Jetzt schwingt hier die Abrissbirne.

Nach anderhalbjährigem Leerstand wird ein Haus in bester Lage wegen mangelnder Bausubstanz abgerissen. Rund 37 Wohnungen sollen hier Platz finden.

Ein leer stehendes Haus mitten im Glockenbachviertel in bester Lage? Verwunderlich. Seit etwa eineinhalb Jahren wohnt in dem Eckgebäude an der Arndtstraße gegenüber dem Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz niemand mehr. Nun aber kommt die Abrissbirne – und ein Neubau entsteht.

Eigentümer ist die Real-Treuhand Immobilien Bayern GmbH, ein Bauträger aus Österreich mit Hauptsitz in Linz. In dem Haus waren zuletzt nach Auskunft des Investors Studenten-WGs mit teilweise gemeinsamem WC und Duschen auf dem Flur. Im Erdgeschoss befanden sich ein Büro sowie eine Kneipe auf der Seite zum Glockenbach hin. Dort gab es in den vergangenen Jahren allerdings häufig einen Pächterwechsel – das gastronomische Geschäft schien in keinem Betrieb so richtig gut zu laufen. Zuletzt versuchte die Pizzeria „Dolce Vita“ ihr Glück.

Laut einem Unternehmenssprecher der Real-Treuhand war das Gebäude seit 2016 wegen Einsturzgefahr und Brandschutzmängeln nicht mehr bewohnbar. Faule, morsche und durch den Krieg und Hausbockkäfer beschädigte Balken seien erkennbar gewesen. Der Abriss des alten Hauses hat bereits begonnen. Er soll bis Ende November abgeschlossen sein.

Aufgrund des Bauvorhabens gibt es derzeit Beeinträchtigungen für den Verkehr im Glockenbachviertel. An der Dreieckskreuzung Balde-/Geyerstraße/Am Glockenbach ist die Durchfahrt nicht mehr möglich. Auch die Arndtstraße ist vorübergehend bis Mitte Dezember eine Sackgasse. Dort sind die Abrisskräne postiert. Die Dreieckskreuzung soll Ende November wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Der Baubeginn ist der Real-Treuhand zufolge im ersten Halbjahr 2018 vorgesehen. Es wird mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren gerechnet. Die Stadt hat ein Mehrfamilienhaus mit 37 Wohneinheiten und einer Tiefgarage genehmigt. Es sollen Mietwohnungen entstehen, ein teilweiser Verkauf sei aber möglich, heißt es vom Investor. Gastronomie, Gewerbe oder Arztpraxen seien nach jetzigem Stand der Dinge nicht vorgesehen, könnten aber nicht endgültig ausgeschlossen werden. Rund 2100 Quadratmeter Wohnfläche – verteilt auf Erdgeschoss, fünf Stockwerke und Dachgeschoss – sind geplant. Der durchschnittliche Wohnungsgröße dürfte demnach rund 60 Quadratmeter betragen.

Der Wohnungsmix reicht laut Real-Treuhand vom Einzimmer-Apartment bis zur Vierzimmerwohnung. Alle Wohnungen sollen altersgerecht und barrierefrei sein. Pro Wohnung ist ein Tiefgaragenstellplatz geplant.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Isarvorstadt – mein Viertel“.

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