Zimbabwe: Partei setzt Präsident Robert Mugabe ab

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Wegen Drogen- und Bettlerszene

Die Angst wächst im Problemviertel rund um den Hauptbahnhof

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Speziell vor und hinter dem Mathäser Filmpalast fühlen sich Passanten und Geschäftsleute unsicher.

Anwohner und Geschäftsleute fühlen sich angesichts der größer werdenden Drogen- und Bettlerszene im südlichen Bahnhofsviertel und am Nussbaumpark zunehmend unsicher. Vor allem am Mathäser-Kino seien diese Entwicklungen erkennbar. Die Polizei versichert mehr Präsenz, die Stadt häufigere Kontrollen.

München - Am Donnerstagabend waren Drogenkriminalität und Bettelbanden Thema in der Bürgerversammlung der Ludwigs- und Isarvorstadt. Passanten würden verfolgt und angepöbelt, hieß es. Mitarbeiter und Gäste des Mathäser-Kinos sind besorgt. „Es fühlt sich ganz anders und viel unsicherer an als früher“, erklärte Boris Belich (47), der sich im Mathäser Filmpalast um das operative Geschäft kümmert. 

Das großes Haus liegt zentral zwischen Hauptbahnhof und Stachus, doch die Innenstadtlage wird mehr und mehr zum Problem. Nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch erwachsene Kinobesucher würden sich rund um das Traditionskino belästigt und nicht mehr sicher fühlen. Seine Gäste, berichtete Belich, würden von Menschengruppen angepöbelt und angebettelt. Auf den Straßen werde viel getrunken und gelärmt, die Stimmung sei besonders nachts am Umkippen. Unterstützt von der großen Mehrheit der anwesenden Bürger forderte Belich eine deutlich höhere Polizeipräsenz in der Bayerstraße. Der Leiter der zuständigen Polizeidienststelle, Hans Reisbeck, bestätigte die Probleme. Auch Drogen seien hier im Spiel. Die Problematik sei laut Belich vor allem an Bayer- und Schlosserstraße erkennbar. „Vor dem Haupteingang blockieren viele Bettler die Wege. Auf der Rückseite des Gebäudes, speziell in der Nähe des Parkhauses, hat sich eine Drogenszene etabliert. Überall liegen Spritzen. Das beunruhigt ein bisschen.“

„Die Mitarbeiter sind deutlich erkennbar“

Mit einem Ordnungsdienst will die Stadt das Thema Sicherheit in der Innenstadt nun in den Griff bekommen. „Das südliche Bahnhofsviertel, der Nussbaumpark und der Alte Botanische Garten werden in Zukunft viel mehr von uns frequentiert. Der neue Kommunale Außendienst umfasst 120 neuen Stellen“, sagte Bürgermeistern Christine Strobl, SPD. „Die Mitarbeiter sind deutlich erkennbar und fungieren als Ansprechpartner.“ Ab kommendem Jahr sollen die unbewaffneten Mitarbeiter in Zweier- und Viererstreifen auch nachts im Einsatz sein – und so eine Schnittstelle zur Polizei bilden. Dazu dürfen sie selbst Platzverweise und Bußgelder verhängen.

Aus dem Polizeipräsidium heißt es: „Wir haben das Gebiet im Auge. So lange sich Menschen hier nur treffen und keine Straftaten begehen, sind uns aber die Hände gebunden.“

Drogenkriminalität am Nussbaumpark: Anwohnerin schildert ihre Erfahrungen

Vor allem Drogensüchtige sind ein immer größer werdendes Problem am Nussbaumpark. Auf der Bürgerversammlung schilderte eine Anwohnerin ihre Erfahrungen. „Seit 29 Jahren lebe ich jetzt in der Nussbaumstraße“, sagt Susanne S. (56). „Aber so schlimm wie in diesem Sommer war es noch nie.“ Täglich geht sie hier mit ihrem Hund spazieren und sieht die Gegend im Abwärtstrend. Mit dem Ruf „Gib mir Geld, brauch ich Drogen“ habe sie kürzlich ein Mann aus dem Gebüsch angesprungen. Dann wurde sie nachts von einer größeren Männergruppe verfolgt. „Da liefen zwölf finstere Gestalten hinter mir her. Ich bin nicht empfindlich, aber jetzt habe ich Angst.“ Zwar würde ihr Vermieter von einer gehobenen Wohngegend sprechen, die Lebensqualität gehe aber immer mehr verloren. „Mein Mann und ich überlegen sogar, ob wir nicht wegziehen. Denn für diese Umstände zahlen wir eindeutig zu viel Miete.“ 

Die Drogenszene beschränkt sich längst nicht mehr auf den Park, Susanne S. erzählt von Spritzen und Blutstropfen im Hausflur. „Hier wohnen auch Kinder, die gerne mal mit solchen Sachen spielen.“ Hinzu kämen massive Lärmbelästigungen: „Bis ein Uhr nachts schallen im Sommer aggressive Sprüche und anzügliche Pöbeleien zu uns in die Wohnung“, sagt S. Der Brennpunkt Nussbaumpark ist der Polizei seit langem bekannt, erklärte Hans Reisbeck, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion. „Wir sind hier mit zivilen und uniformierten Beamten stark präsent.“ Repression und auch mal eine Anzeige müssten sein. Die langjährigen Erfahrungen zeigten aber, dass man nur eine Verdrängung der Drogensüchtigen in andere Gegenden erziele. „Wir brauchen unbedingt einen sozialen Ansatz, um den Menschen zu helfen.

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