Er soll Natallia (35) erstochen haben

Anklage gegen den Killer aus dem Nachtclub!

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Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Jurij Sch. (46). Rechts: Die Ukrainerin Natallia G. (35) kam nach München, um Geld zu verdienen.

München - Diese Bluttat hatte die Münchner Rotlicht-Szene in Angst und Schrecken versetzt: Jetzt kommt der Killer aus dem Kapitol, einem Nachtclub am Hauptbahnhof, endlich vor Gericht!

Wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch der tz bestätigt, ist nach mehr als einem Jahr Ermittlungsarbeit Anklage gegen Jurij Sch. (46) erhoben worden – wegen Mordes. Nach seiner Festnahme auf einer Autobahn bei Dresden hatte er gestanden, die Bardame Natallia (35) aus Eifersucht erstochen zu haben. Das vorläufige Ende eines fünf Tage andauernden Fahndungskrimis.

Die Polizei bei der Spurensicherung im Nachtclub Kapitol am Hauptbahnhof.

Denn Sch. galt als unberechenbar. Würde er wieder zuschlagen? Sich gar an jemandem rächen wollen? Der ehemalige russische Soldat war schon einmal im November 2006 wegen versuchten Mordes zu neun Jahren und sechs Monaten Knast verurteilt worden. Nachdem er vier Jahre abgesessen hatte, kam er in die Entzugsklinik nach Haar – und bald auch durch Vollzugslockerungen auf freien Fuß.

Jurij Sch. tauchte dabei immer wieder im Kapitol auf, wo Natallia als Geschäftsführerin tätig war. Laut Anklage wollte er mit ihr eine Beziehung – doch die schöne Ukrainerin, die hier für ihren Mann und ihre Tochter in der Heimat Geld verdienen wollte, ließ Jurij Sch. immer wieder abblitzen. Bis zu dem Abend am 4. März 2013.

Natallias Schwester Olga erinnert sich noch gut an das letzte Telefonat exakt um 23.03 Uhr. Das war, als Jurij Sch. in der Bar ausflippte und mit Gläsern und Flaschen um sich warf. Olga empfahl ihr, sofort die Polizei zu alarmieren – woraufhin Sch. die Flucht ergriff. Einige Stunden später kam er allerdings wieder und stach Natallia mit einem Messer mit voller Wucht in den Bauch. Die Gerichtsmediziner stellten eine 14 Zentimeter tiefe Wunde etwa zwei Finger breit neben dem Nabel fest. Natallia war im Krankenhaus verblutet.

„Natallia hat immer jedem Menschen geholfen. Für unsere Mutter in der Ukraine hat sie teure Medikamente besorgt. Dem hilfsbedürftigen Nachbarn den Blutdruck gemessen“, erinnert sich Olga. Ihre Tochter sei ihr ein und alles gewesen. Und ihr Mann – nur den habe sie geliebt. Leider war das auch ihr Todesurteil.

Sebastian Arbinger

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