Verbotene Parolen und Plakate

Anti-Terror-Demo in München war gar keine

München - Eine Anti-Terror-Demo gegen den "Islamischen Staat" in München hat sich als etwas ganz anderes herausgestellt. Am Ende gab es verletzte Polizeibeamte und mehrere Anzeigen.

Die Demonstration mit dem sperrigen Titel "Gegen und wegen den neuesten massiven Angriffen der ISIS auf Kobane im Westkurdistan/Rojava" fand am Sonntag um 14 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Stachus statt - soweit lief alles nach Plan.

Etwa 70 Leute nahmen nach Polizeiangaben an der Kundgebung teil. Die Probleme kündigten sich bereits an: Bei einer Teilnehmerin entdeckten die Beamten eine verbotene Öcalan-Fahne. Die Frau erhielt eine Anzeige.

Nach der Kundgebung am Stachus setzte sich der Demonstrationszug - mittlerweile waren 120 Menschen dabei - in Bewegung. Die Route verlief über Sonnenstraße, Landwehrstraße, Goethestraße, Bayerstraße und endete wieder am Karlsplatz.

Demonstranten verletzen Polizisten

Bei der Demo schrien einige Teilnehmer verbotene Parolen, es kam zu zwei Anzeigen. Am Ende der Demo zeigte sich, dass sich Plakate und Redebeiträge nicht auf das angemeldet Thema beschränkten, sondern sich überwiegend mit der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans), die als terroristische Vereinigung eingestuft wird, beschäftigten. Die Stimmung war völlig aufgeheizt, Polizeibeamte mit Migrationshintergrund wurden rassistisch angegangen, Polizeibeamte verletzt, heißt es im Polizeibericht. Zwei Menschen wurden festgenommen und aufs Revier gebracht.

Die Bilanz der Veranstaltung: Sechs Anzeigen, unter anderem wegen Zeigens einer verbotenen Öcalan-Fahne und zweimal wegen verbotener Parolen, eine Festnahme und Anzeige nach Beleidigung und Widerstand sowie zwei Festnahmen nach gefährlicher Körperverletzung. Nach Beendigung der Versammlung wurde Anzeige gegen einen Polizeibeamten wegen Körperverletzung gestellt. Die Ermittlungen dazu werden durch das Bayerische Landeskriminalamt geführt.

kg

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