Straßensperrung und Zugumleitungen 

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Ausnahmezustand in der Nacht auf Mittwoch

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Polizisten bei einer Anti-Terror-Übung in Frankfurt. Ähnliche Szenen werden sich auch in der Nacht auf Mittwoch am Münchner Hauptbahnhof abspielen.

In der Nacht auf Mittwoch verwandelte sich der Hauptbahnhof in ein Katastrophengebiet. Alle Infos zu der großen Anti-Terror-Übung der Polizei. 

Update 07.30 Uhr: Blut, Schüsse und Tote: Hier finden Sie unser Fazit der Anti-Terror-Übungen am Münchner Hauptbahnhof und in Garching Hochbrück.

München - Die terroristischen Anschläge von Paris, Brüssel, Madrid und London machten es deutlich: Polizisten und Einsatzkräfte müssen auch in Europa auf Schreckens-Szenarien dieser Art vorbereitet sein. Um für einen Ernstfall gewappnet zu sein, probte die Polizeiin der Nacht auf Mittwoch, 18. April, eine sogenannte „Lebensbedrohliche Einsatzlage“ am Münchner Hauptbahnhof. Mit ersten Behinderungen in Form von Straßensperren war ab etwa 20 Uhr zu rechnen.

Wir haben alle wichtigen Informationen zu der groß angelegten Anti-Terror-Übung, die den Bahnhof von Mitternacht bis etwa vier Uhr morgens in einen Ausnahmezustand versetzte, für Sie zusammengestellt - samt Infos, die Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am späten Dienstagabend nach Start der Übung mit der Öffentlichkeit teilte. 

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Einsatzkräfte proben den Ernstfall

In der Nacht vom 17. auf den 18. April probten Polizei, Bundespolizei, Feuerwehren, Rettungsdienste sowie die Deutsche Bahn und das Landratsamt den genauen Einsatzablauf bei einer „Gewalttat im öffentlichen Raum“ - wie etwa einem Terroreinsatz. Die Operation trug den Namen „Lelex“, kurz für „Lebensbedrohliche Einsatzlage Exercise“. 

Um einen Anschlag in der Innenstadt mit Rauchbomben, Platzpatronen und Kunstblut realistisch zu simulieren, sollte es zwei Schauplätze geben: Den Starnberger Flügelbahnhof und ein geschlossenes Trainingsareal im Münchner Norden, genauer gesagt in Garching. 

Zu Beeinträchtigungen für Zivilisten kam es nur im Bereich des Hauptbahnhofs - der Ausgang Arnulfstraße sowie der Starnberger Flügelbahnhof (Gleis 26 bis 36) waren großräumig gesperrt.

Übung einer „Lebensbedrohlichen Einsatzlage“ am Münchner Hauptbahnhof: Was genau passierte?

Die Münchner Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste trainierten ab Mitternacht für den Ernstfall: Terror in der Innenstadt. 

Bei demfiktiven Einsatz gab es einen Haupt-Bösewicht. Laut Polizei trat dieser zunächst als Durchschnittsbürger in Erscheinung. Eine Expertengruppe des Münchner Polizeipräsidiums hatte für die Übung sogar ein Drehbuch geschrieben.

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: So lief der Test ab

Die Einsatzkräfte wollten neue Einsatzkonzepte testen, aber auch die Zusammenarbeit zwischen den Behörden einspielen. Anlass sind laut da Gloria Martins unter anderem die Erfahrungen vom Münchner Amoklauf im Jahr 2016 - damals seien einige Schwächen aufgedeckt worden, bekennt der Polizeisprecher.

Deshalb wussten die Kräfte vor der Übung nicht, was das Ziel des Manövers sein wird. Zunächst lief für die Teilnehmer ein „normaler Nachtdienst“, dann sollte „der gesamte Apparat hochgefahren“ werden, sagte da Gloria Martins am späten Dienstagabend. Rund 1250 Informationen und Hinweise sollten die Polizisten und Rettungskräfte erhalten. Nicht alle von ihnen sollten richtig sein. Analog zur Lage beim Amoklauf, als ebenfalls viele falsche Informationen und Hinweise kursierten.

Und, so betonte da Gloria Martins: Auch ein „Scheitern“ der - rein fiktiven - Aktion sei durchaus eine Option. Man wolle sich verbessern. So sollte bei Fehlern etwa auch das Geschehen „eingefroren“ und die Lage besprochen werden.

Auch Zuschauer gab es bei der Übung. Allerdings keine normalen Bürger. Für 1.30 Uhr hatte Bayerns Innenminister den Informationen zufolge sein Kommen angekündigt. Um 2.30 Uhr sollte es eine Schauübung für die Presse geben. 

Die Feuerwehr hatte sich übrigens ein zusätzliches Ziel gesteckt. Sie wollte neue Konzepte für das Jahr 2020 überprüfen. Dann wird die gesamteuropäische Fußball-EM auch in München Station machen.

Einsatz am Münchner Hauptbahnhof: Wer war an der groß angelegten Anti-Terror-Übung beteiligt?

Der geprobte Einsatz war wohl eine der größten Übungen dieser Art in ganz Bayern, eventuell sogar in ganz Deutschland. Insgesamt über 2000 Menschen waren daran beteiligt: Neben Hunderten Feuerwehrleuten und Sanitätern sollten rund 1000 Polizisten und 500 Katastrophenschützer von Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk und den Münchner Kliniken daran teilnehmen. 

Zusätzlich zu den Einsatzkräften wurden etwa 800 Statisten und Schauspieler für die gespielte Terror-Lage engagiert - einige von ihnen wurden täuschend echt mit Kunstblut geschminkt, um Verletzungen realistisch zu simulieren. 

Johanniter bei einer Übung in Unterschleißheim: So trainieren Einsatzkräfte für den Ernstfall. 

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Wichtige Infos für Anwohner und Reisende

Für Außenstehende gab es keinerlei Möglichkeiten, die Übung zu beobachten - es wurde auch ein Sichtschutz angebracht. In der Zeit des Einsatzes kam es in der Umgebung des Bahnhofes zu Straßensperrungen. 

Lediglich Anwohner rund um das Bahnhofsgelände hatten wohl trotzdem etwas von dem fingierten Anschlag mitbekommen - Einsatzfahrzeuge rückten mit Blaulicht und Martinshorn an und parkten rund um den Bahnhof. Im gesamten abgesperrten Bereich krachte und qualmte es.

Hotels, Gewerbetreibende waren ebenso wie Anwohner per Wurfzettel über die anstehende Übung informiert worden.

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Das müssen Fahrgäste wissen

Worauf Reisende und Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in der Nacht auf Mittwoch achten müssen, erfahren Sie in der folgenden Auflistung: 

Fern- und Regionalzüge: Laut einem Sprecher der Deutschen Bahn ist der Zugverkehr während der Großübung „Lelex“ nicht beeinträchtigt. Wie die Bundespolizei mitteilt, kann es aber zu Gleisverlegungen von abfahrenden Zügen kommen. Diese werden aber über die Infotafeln rechtzeitig bekannt gegeben. Bei Unklarheiten können sich Reisende an die im Bahnhof positionierten Polizisten und Personal der Deutschen Bahn wenden. 

S-Bahn-Verkehr: Alle S-Bahnen fahren planmäßig. Es gibt keine Beeinträchtigungen. 

Bus und Tram: Hier kommt es zu einigen Änderungen im Fahrplan. Laut einer Mitteilung der MVG gibt es ab Dienstagabend auf den Buslinien 58, 100 und 150 Einschränkungen. Auch dieT ramlinien 16, 17 und N17 sind betroffen. 

Genauere Infos zu den umgeleiteten Linien: 

  • MetroBus 58: Die Busse können die Haltestelle Hauptbahnhof Nord in der Arnulfstraße und die Haltestelle Hauptbahnhof am Bahnhofplatz ab ca. 20 Uhr nicht bedienen. Fahrgäste erreichen die umgeleitete Linie 58 jedoch an der Haltestelle Hauptbahnhof Süd in der Bayerstraße. 
  • StadtBus 100 (MVG Museenlinie) und 150: Die Busse können die reguläre Haltestelle Hauptbahnhof Nord inkl. Endhaltestelle an der Arnulfstraße ab ca. 20 Uhr nicht mehr anfahren. Stattdessen wird eine Ersatzhaltestelle in der Luisenstraße bedient. Diese befindet sich in Fahrtrichtung Ostbahnhof vor Haus-Nr. 4. 
  • Tram 16/17 und NachtTram N17: Zwischen Hauptbahnhof und Romanplatz, also in der Arnulfstraße, wird die Straßenbahn ab ca. 23 Uhr durch Busse ersetzt. Die Züge fahren eine großräumige Umleitung über die Linien 20 und 12 (Dachauer Straße – Leonrodplatz – Rotkreuzplatz).

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) informiert mit Tickertexten an den Haltestellen und auf www.mvg.de über alle Änderungen. 

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Wie reagieren die Deutsche Bahn und MVV?

Gesonderte Regelungen für Fahrgäste, die beispielsweise nur eine Fahrkarte der Deutschen Bahn besitzen, aufgrund der aktuellen Lage aber nicht vom Hauptbahnhof, sondern an anderen Stationen mit Bus oder U-Bahn abfahren möchten, bestehen laut einer Pressesprecherin der MVV nicht. Fahrkarten müssen regulär gelöst werden.

Informieren Sie Ihre Freunde auf Facebook über die Übung:

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Autofahrer aufgepasst - In diesen Bereichen sind die Straßen gesperrt  

Autofahrer aufgepasst: Straßensperrungen wird es in der Nacht an der Bayerstraße, der Paul-Heyse-Unterführung sowie an derArnulfstraße geben (siehe Karte). Im Laufe der Übungen werden zudem Einsatzfahrzeuge in die abgesperrten Bereiche einfahren müssen. Es kann deshalb auch außerhalb des Sperr-Radius zu Behinderungen kommen.

Gesperrte Straßen und Zufahrten auf der Karte: 

Ein Überblick über die Straßen und Zufahrten, die während der Anti-Terror-Übung gesperrt werden. 

Anti-Terror-Übung am Münchner Hauptbahnhof: Bürgertelefon eingerichtet

Durch die Weitergabe der Informationen möchte die Polizei Irritationen und mögliche Panik in der Bevölkerung vermeiden. Die gestellte Anti-Terror-Übung soll Einsatzkräfte für den Ernstfall wappnen und routiniertes Handeln schulen. Übungen dieser Art sind nicht selten und wurden bereits in anderen deutschen Großstädten, wie beispielsweise Frankfurt am Main, durchgeführt. 

Auf dem betroffenen Gelände werden zahlreiche Polizisten und Mitarbeiter der Deutschen Bahn vor Ort sein, um alle Passanten, die in der Nähe des Bahnhofs unterwegs sind, über die Übung aufzuklären.

Zu allen weiteren Fragen wird außerdem ein Bürgertelefon eingerichtet: Die Telefonnummer: 089/29101910

Lesen Sie auch: Ab Mittwoch startet in ganz Bayern ein Blitzer-Marathon - Hier finden Sie alle Messstellen in München. 

nema

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