Aufpasser für Party-Brennpunkte

Sie sollen am Gärtnerplatz für Ruhe sorgen

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Franziska Liegl und Philipp Hertlein sind zwei der Streitschlichter für den Gärtnerplatz.

München - Hunderte Party-Pilger werden laue Nächte am Gärtnerplatz wieder zum Tag machen! Doch jetzt sollen neue Aufpasser dazwischengehen. Damit a Ruah is'!

Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm, aber bald gibt’s wieder Ärger am Gärtnerplatz: Dann machen viele Hundert Party-Pilger laue Nächte zum Tag und den Nachbarn dröhnen die Ohren! Doch jetzt sollen neue Aufpasser dazwischengehen. Damit a Ruah is’!

Zehn Konfliktvermittler wie Franziska Liegl (26) und Philipp Hertlein (35) sind ab sofort unterwegs, zumindest wenn das Wetter die Jugendlichen zum Sehen und Gesehen werden anzieht. Bis Ende August soll immer ein Zweier-Team der drei Männer und sieben Frauen zwischen 20 und 64 Jahren freitags und samstags von 23 bis 4 Uhr in der Früh vor Ort sein – so lange müssen sich die Anwohner tatsächlich die Kissen auf die Ohren drücken. Besondere Rechte haben die Aufpasser nicht. „Aber wir werden auf die Leute zugehen und bei Streit dazwischengehen“, sagt Franziska Liegl, die sonst als Streetworkerin für Obdachlose arbeitet.

Bitte die Gitarre weglegen, die Bierflaschen nicht so klirren lassen – im Notfall muss die Polizei helfen. Bange ist ihrem Kollegen Hertlein dabei nicht: „Ich arbeite derzeit in einem Perlacher Jugendzentrum ...“

Der Gärtnerplatz in lauen Sommernächten.

Den Nachbarn sollen die Aufpasser als Ansprechpartner vor Ort dienen. Ihre Handy-Nummern werden demnächst per Visitenkarte bekannt gemacht. Tatsächlich sollen sie aber als Konfliktvermittler in beide Richtungen schlichten – also auch mal die Nachbarn bei normalem Geräuschpegel beruhigen. „Beim Feiern ist irgendwann einmal Schluss“, sagt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD). „Aber man kann auch nicht in der Stadt wohnen und dörfliche Idylle verlangen.“ Ab 2015 hat der Stadtrat vier Festangestellte genehmigt, dann sollen sie etwa auch an der Isar zum Einsatz kommen.

Streetworker für Problemplätze

Der Orleansplatz ist einer von rund 30 Problemplätzen, um die sich Polizei, KVR und Streetworker kümmern

Nicht nur Party-Pilger, auch Junkies, Säufer und Gammler belagern Plätze und machen Anwohnern Sorgen. Rund 30 Brennpunkte beobachten Polizei, KVR und andere Behörden ständig – von Sendlinger Tor bis Orleansplatz, von Neuperlach bis Hasenbergl. Sie sollen zielgerichtet entschärft werden. „An der Isar macht vor allem der Müll Probleme“, sagt Sozialreferentin Meier, da könnten die Konfliktmanager mehr Rechte bekommen und womöglich Verwarnungsgelder aufschreiben. „An der Feierbanane in der Sonnenstraße ist der Jugendschutz schon unterwegs. Und am Giesinger Bahnhof geht es um die Wohnungslosen“, sagt Meier. An manchen Orten hängen bis zu 30 Männer herum, samt freilaufender Hunde und Dreck. Neben der neuen Aufpasser-Truppe hat der Stadtrat auch neue Stellen für Streetworker und Mediatoren genehmigt.

David Costanzo

 

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