Kunstblut und Blaulicht

„Lebensbedrohliche Einsatzlage“: Polizei probt Ausnahmezustand am Hauptbahnhof 

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Was wie echt aussieht, wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nur eine Übung sein.

In der Nacht auf Mittwoch kommende Woche wird die Polizei den Ernstfall einer sogenannten „Lebensbedrohlichen Einsatzlage“ proben. Rund um den Hauptbahnhof wird alles großräumig abgeriegelt.

München - Es wird wahrscheinlich eine der größten Übungen dieser Art in Bayern, vielleicht sogar in ganz Deutschland werden: In der Nacht auf Mittwoch, den 18. April, wird die Polizei eine sogenannte „Lebensbedrohliche Einsatzlage“ proben - wohl einen Anschlag. Der Starnberger Flügelbahnhof wird großräumig abgeriegelt. Von Mitternacht bis vier Uhr wird es extrem laut rund um den Hauptbahnhof. Es wird knallen, scheppern und stinken. Denn mehrere hundert Beamte der Bundes- und Landespolizei werden gemeinsam mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, Krankenhäusern, Bahn und Landratsamt wohl einen Anschlag auf München üben, gesprochen wird von einer „Gewalttat im öffentlichen Raum“. Denn nach den Anschlägen von Paris, Brüssel, Madrid und London ist klar: Es kann auch jederzeit in Deutschland zu einem Ernstfall kommen.

Am Hauptbahnhof wird die Polizei nächste Woche bei einer Großübung den Ernstfall proben.

In der Nacht vom 17. auf den 18. April 2018 ist allerdings niemand ernsthaft in Gefahr. Mit Kunstblut, Rauchbomben und Übungsmunition, also Platzpatronen, werden die Polizisten den Ernstfall proben. Betroffen sind der Starnberger Flügelbahnhof, Gleis 26 bis 36, sowie der nördliche Außenbereich des Hauptbahnhofs. Zum Hauptbahnhof werden in dieser Zeit auch Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn rasen und rund um den Bahnhof parken. Außerdem werden Einsatzkräfte mit Schutzausstattung und zum Teil auch Komparsen mit täuschend echt aussehenden Verletzungen unterwegs sein. Die Polizei betont, dass es keine Möglichkeit für die Bevölkerung gibt, die Übung zu beobachten. Hotels, Gewerbetreibende und Anwohner werden derzeit per Wurfzettel über die Großübung informiert.

Anwohner werden per Wurfzettel informiert

Die Polizei will so „mögliche Irritationen und Fehldeutungen“ vermeiden und eine Panik in der Bevölkerung, die möglicherweise nach dem Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum verunsichert ist, nicht aufkommen lassen. Es wird ein Bürgertelefon geben, rund um den Bahnhof werden Mitarbeiter von Polizei und Bahn Fragen von Reisenden und Münchnern beantworten, die rund um den Bahnhof unterwegs sind. Es wird Durchsagen in Zügen und am Bahnhof sowie Infotafeln geben. Der Zugverkehr wird nicht beeinträchtigt, nur einige Nachtzüge sollen umgeleitet werden. Zeitgleich gibt es eine Übung im nördlichen Landkreis. Diese wird die Bevölkerung kaum bemerken, da sie auf einem eigenen Trainingsareal stattfindet.

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Lesen Sie auch: In der Nacht auf Montag proben die Einsatzkräfte am Münchner Hauptbahnhof also den Ernstfall und führen einen Anti-Terror-Übrung durch. Weitere Infos finden Sie hier.  

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