Prozess am Landgericht

Autos mit manipulierten Tachos verkauft

München - Er soll Gebrauchtwagen mit manipulierten Tachos verkauft haben. Deshalb muss sich ein 66-jähriger Autohändler nun vor dem Landgericht verantworten.

Einen schwunghaften Handel mit Gebrauchtwagen, deren Tachos manipuliert waren, wirft die Münchner Staatsanwaltschaft einem Autohändler vor. Der 66-jährige Kaufmann hatte in Italien gebrauchte Fahrzeuge aus dem Luxussegment mit hoher Laufleistung zu günstigen Preisen erworben. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für seine Firma soll er das Geschäft mit Hilfe professioneller Tachodreher angekurbelt haben.

Die Komplizen veränderten laut Anklage in den Jahren 2009 und 2010 gegen Honorare von 100 bis 500 Euro die Kilometerzähler weit nach unten - mit dem Ziel, höhere Preise zu erzielen. Dadurch sollen 38 Käufer um bis zu 8000 Euro geprellt worden sein. Die Verhandlung vor dem Münchner Landgericht wurde am Mittwoch nach Verlesung der Anklage unterbrochen, sie geht am 1. Juli weiter.

Der Prozess ist einer aus einer ganzen Serie ähnlicher Verfahren. Eine Sonderkommission Tacho hat den Schwindel jahrelang untersucht. Laut einem Sachbearbeiter ermittelte die Soko gegen Dutzende Verdächtiger. Abgehörte Telefonate hätten bewiesen, dass die Manipulationen auch noch nach einer ersten Festnahme andauerten. Im März 2011 beendete eine Großrazzia den Spuk, der insgesamt Millionenschäden verursacht haben soll.

dpa

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