Stadt ist wenig begeister

Bahn verschiebt Abriss des „Schwammerl“-Dachs am Bahnhof

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Der Münchner Hauptbahnhof mit Bahnhofsplatz.

München - Der für Januar geplante Abriss des Vordachs am Hauptbahnhof wird verschoben. Das entschied die Bahn - sehr zum Unmut der Stadt München.

Das Alkoholverbot – um zehn Tage verzögert wegen eines Formfehlers. Und nun verschiebt sich auch der für Januar angekündigte Abriss des „Schwammerls“, des Vordachs, um mindestens ein Jahr. Die Pannen-Serie rund um den Hauptbahnhof reißt nicht ab.

Kann vorerst bleiben: Das Vordach am Hauptbahnhof.

Und das, obwohl Stadt und Polizei den Kriminalitätsbrennpunkt in naher Zukunft sicherer machen wollen. Mit dem „Schwammerl“ sollte auch die sogenannte Stammsteherszene verschwinden. Diese Personen versammeln sich unter dem Regenschutz, konsumieren Alkohol und verüben teils Straftaten. Doch nun hat die Bahn beschlossen, das Vordach erst im Zuge der Arbeiten für die zweite Stammstrecke abzureißen. Diese beginnen aber frühestens Anfang 2018.
Dann müsse der Vorplatz etwa für das Verlegen von Leitungen ohnehin aufgerissen werden, heißt es bei der Bahn. Der Abriss des „Schwammerls“ sei mit hohen Kosten verbunden. Und anspruchsvoll, da auch Fundamente im Boden mit entfernt werden müssten. „Im Vordergrund steht, dass unsere Reisenden nicht zweimal mit langen Einschränkungen konfrontiert sind“, so eine Sprecherin.
Die Stadt zeigt sich wenig begeistert. Die Verzögerung sei bedauerlich, weil der Bahnhofsvorplatz mit Dach für die Stammsteher attraktiver sei als ohne, so KVR-Sprecher Johannes Mayer. „Zur Reduzierung der vorhandenen Problembereiche am Hauptbahnhof wäre es aus Sicht der Polizei durchaus vernünftig, wenn das Dach zeitnah abgerissen werden würde“, sagt auch Thomas Baumann von der Münchner Polizei.

R. Weise; J. Welte

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